Der große Phenomena Rewatch. Eine Auftragsarbeit, um das "geht so" möglicherweise wieder gerade zu rücken.
Worum geht es. Keine Ahnung, es ist schließlich ein Argento und damit ein gefilmtes Gemälde mit Wirkung durch seine Atmosphäre. Nur die Bilder und Klänge transportieren den Zuschauer durch die Spielzeit. Allein die Eröffnungssequenz, verlassen und verloren in den Alpen. Der Wind, die Kälte, die Angst, alles ist tatsächlich physisch und psychisch spürbar. Die Klänge stammen von Rolling Stones' Bill Wyman und sind der akustische Höhepunkt. Wenn das Kommende nur dieses Niveau halten könnte.
Argento erschafft ein für seine Verhältnisse relative straightes Werk, offensichtlich ein Cash-Grab auf der Stephen King-Welle, mit zum Beispiel Firestarter und Dead Zone im Sinn. Die Heldin ist natürlich eine Frau, hier besser gesagt ein Mädchen, und noch selbstverständlicher bezaubernd schön. Die verkörperte Unschuld, nicht aber ohne Krallen, um sich zu erwehren. Vorhang auf Jennifer Connelly. Sie und Donald Pleasence sind diesmal die Amerika-Importe, der Rest des Castes ist eher mäßig talentiert.
Oft ins Horror Genre eingeordnet, ist es aber noch deutlich ein Giallo. Um genauer zu sein ein Spät-Giallo mit fantastischen Elementen. Kunst und Schund, selten ist der Spagat, dem so viele italienische Werke unterliegen so greifbar wie hier. Wenn plötzlich Iron Maiden und Motörhead befremdlich unpassend erklingen, bin ich tendenziell raus. Experimentierfreude, von mir aus, doch hier passt vieles nicht zusammen. Es sind die Mid-80er, die italienische Filmkunst wird vom TV-Schund erdrückt, generell sind die vorherigen Stile auserzählt, die Welt des Horrors und andere Genre generell im Wandel. Wir sehen letzte Atemzüge, manchen duften noch nach einer großem Schaffensphase, die meisten stinken nach Tod.
Interessanter Fakt am Rande, die Kostüme von Giorgio Armani.