7
Der Film beginnt thematisch wie eine Mischung aus Profondo rosso und Suspiria, gleitet dann aber immer mehr ins absurde und Übersinnliche ab. Argento ist trotzdem ein Meister des Spannungsaufbaus, auch wenn er hier nicht so ausgefeilt zu Werke geht wie bei den Vorgängern. Die klare Rettung sind aber hier die überzeugenden Schauspieler: Donald Pleasance spielt den Professor und die wunderschöne, blutjunge Jennifer Conelly (Argento sah sie in Leones Once upon a time in America) nimmt einen von Anfang an gefangen.
6
Auch die dritte Sichtung bestätigt: ich kann mit "Phenomena" nicht warm werden. Irgendwie nur ein Abklatsch vom Meisterwerk "Suspiria", in dem nun von A bis Z nichts mehr so richtig funktioniert, von dem was einst gut wahr. Große Kunst schlägt auf den ernüchternden Boden der 08/15-Realität. Storytechnisch altbekannt, Giallo-/Mystery-Mix, allerdings diesmal dünnschichtiger und schwachsinniger denn je. Dazu haupsächlich mäßige (Neben-)Darsteller, eine, auch wenn der Macher nichts dafür kann, grauenvolle Synchro und der fürchterliche Soundtrack, zumindest die seltsamen Heavy-Metal-Sprenkel. Schwerwiegendstes Manko ist das Argentos Element, die Optik, nur zeitweise zum Tragen kommt, torpediert durch voran genannte Fakten. Dazu einige diskutable neue Technikoptionen, was aber nicht immer das sinnvollste für einen guten Handwerker ist.
7
Ein starker Argento, der viele der Vorlieben des Gialloregisseurs in sich vereint: die Musik von Goblin, aber auch 80er Heavy Metal, das Drehen im deutschsprachigen Raum (in dem Fall die Schweiz) und dort insbesondere in den wunderschönen Landschaften um die Gebirge herum sowie den Hang zum Mystischen. Die Telepathie der Hauptfigur zu den Insekten droht manchmal etwas ins Kitschige abzudriften, die Szenen mit den Schwärmen von kleinen Brummern sind jedoch recht bedrohlich, unappetitlich und tadellos gehandhabt - Meister Argento sollte sich glatt mal an einem ekeligen Tierhorror versuchen! Die Story steuert auf ein wahrhaft alptraumhaftes Finale zu, das sehr zu gefallen weiß. Außerdem profitiert PHENOMENA sehr von der süßen Jennifer Connelly und dem charismatischen Donald Pleasence.
7
Mit seinen bei Erscheinen des Films mittlerweile bekannten und bewährten, typischen Stilmitteln schuf Dario Argento ein modernes Horror-Märchen, das auf eigenwillige Atmosphäre anstelle von Gore-Eskapaden setzt und mit einer beeindruckenden Optik aufwartet. Die Hauptdarstellerin ist zuckersüß und setzt damit den Kontrastpunkt zur bedrohlichen Welt um sie herum, die sie in die Isolation treibt und zwingt, mithilfe ihrer Sensibilität dem Grauen selbst auf die Spur zu kommen, da von der Erwachsenenwelt keine Hilfe zu erwarten ist. Donald "Dr. Loomis" Pleasence passt perfekt in die Rolle des väterlichen Freundes, der sie dabei als Einziger unterstützt. Zurücklehnen, Argentos Welt als gegeben hinnehmen und genießen - und nicht durch den plötzlich einsetzenden Metal-Soundtrack erschrecken lassen, der möglicherweise deplatziert wirkt.
9
Dies ist auch ein Film den man sich immer wieder angucken kann. Er erzeugt eine sehr spannende und fesselne Aura und besticht durch seine Gore-Einlagen, die Argento gekonnt eingesetzt hat. Wenn man was sieht, ist es auch sehr „schön" anzusehen, wie z.B. eine saubere Enthauptung mit einem Blechstreifen, große Glassplitter ins Auge, halb verweste und mit Maden übersehte Leichen, ein mutierter Sohn einer Internatslehrerin (?), und ein super kluger Schimpanse der mit einem Skalpell umgehen kann (Schlußszene, schlitz,schlitz,schlitz). Einer meiner Argento Lieblingsfilme.
0
Die Story setze ich als bekannt voraus, wobei man auch nicht zu viel verraten sollte. Atmosphärisch genial umgesetzt, tolle Kamerafahrten, so wie man Argento halt kennt. Das Thema Insekten und Telepathie wird elegant verknüpft. Auch der Gorehound kommt teilweise auf seine Kosten, aber das ist nur ein gern gesehenes Nebenprodukt bei Dario's Filmen. Und auch ganz am Schluß erwischt uns wieder der Argento-typische "kurz-vor-Schluß" Schockeffekt kalt im Nacken und die entsprechenden Haare stellen sich auf.... Die ist ein guter Einstieg in das Filmwerk des Meisters und allen zu empfehlen die gut gemachten Suspense lieben. 9/10 Punkten
8
Ein Argento-Film spaltet immer die Lager! Fakten: kunstvoll ausgeleuchtete Locations, sehr interessante Kamerafahrten, genial eingesetzte Musik, sehr gemeine Splattereffekte und eine Darstellerriege, die ihre Sache wirklich gut macht - und das heißt bei einem Italofilm schon sehr viel. Nachteil: Argento erzählt wie immer KEINE Geschichte! Seine Filme sind künstlerisch gestaltete Alpträume mit einer sehr vagen Storyline. Ich werde mir immer seine Filme anschauen und freue mich schon jetzt darauf, wenn er endlich mal eine GESCHICHTE erzählen wird! "Phenomena" ist schaurig schön, aber letztendlich "nicht das Gelbe vom Ei".
2
Wem langatmige Gruselfilme wie "RED MONKS" oder "BLOODY PSYCHO" gefallen, der muß hier unbedingt zugreifen, allen anderen rate ich davon ab. Der Film war wesentlich schlechter als ich erwartet habe - und ich hatte schon nicht soviel erwatet, aber was einem hier geboten wird...gut, ich meine für Freunde eher ruhiger Horrorfilme Filme mag der Schinken ja evtl. gut sein aber sonst...und auch die Splatter FX gehen hier in der wirren Story irgendwie unter ( leider auch die berühmte Madenszene ) - da kann auch Donald Pleasence nicht viel gut machen. Das dümmste ist allerdings der Soundtrack - In Szenen wo eine Leiche aus einem Haus getragen wird oder mitten in stiller Nacht, wo mann eigentlich eine eher ruhige Musik erwartet, hämmert plötzlich total unpassend "Iron Maiden" . Daher: 4/10 ( grade noch so )
10
Phenomena ist einer der besten Horrorfilme meiner letzten 29 Jahre und ich habe relativ viele gesehen. Dario Argentos Art zu filmen kennt man ja: lange Kamerafahrten, unglaublich schöne Bildkompositionen, tolle Beleuchtung und Schockeffekte, nicht in Massen, aber wahnsinnig gut in Szene gesetzt. In Phenomena werden die Morde inszeniert wie Kunstwerke. Die Haupt-darstellerin ist klasse und auch die anderen Darsteller spielen ihre Rolle überzeugend. Man beachte vor allem Donald Pleasance als Insektenforscher. Weiterhin erwähnenswert ist die Musik. Iron Maiden, Motörhead und natürlich Goblin machen den ganzen Film zu einem unvergleichlichen Spektakel. Der Oberhammer ist natürlich die limitierte Dragon-Box, die mir heute auf dem Trödel in die Hände gefallen ist. Unbedingte Empfehlung für alle Cineasten.