Die drei Sandersonschwester, ihres Zeichens Hexen werden 1693 in Salem zu ewiger Verdammnis verurteilt. Zum Glück sprachen sie davor einen Fluch aus, der sie irgendwann einmal zurück ins Leben rufen könnte. So auch in der Halloweennacht 1993, als 3 Kinder vor lauter Vorwitzigkeit die schwarzbrennende Kerze entzünden und die drei Hexen wiedererwecken. Die Hexen, mit Unterstützung ihres in Menschenhaut gebundenen Buches, wollen sie einen Zaubertrank brauhen, um ewiges Leben zu erreichen. Doch dafür brauchen sie ein kindliches Wesen. Doch die 3 Heranwachsenden versuchen mit allen Mitteln, deren Vorgehen zu verhindern, denn bei Sonnenaufgang, erlischen die Hexen zu Staub. Eine harte Nacht steht den Kindern bevor.
Diese Walt Disney Produktion ist in allen Finessen wirklich mächtigst unterhaltsam. Nicht nur, dass sie für eine Produktion dieser Art wirklich sehr sehr düster ist, so ist sie auch in vielen Belangen graphisch recht hart, wenn auch in ihrer Inszenierung immer noch sehr kindgerecht. Die FSK verlieh dem Film eine Freigabe von 12, fürs Kino wurde er aber um 3 Minuten geschnitten, was bei einigen Szenen auch gerechtfertigt ist. Szenen in denen zum Beispiel am Anfang, die Lebensenergie eines Kindes entzogen wird, sind nicht unbedingt geeignet für ein heranwachsendes Kind, für Menschen über 16 oder 18 ist das natürlich herzallerliebst und vorallem bewusst komisch dargestellt, schliesslich soll der Film auch Kinder ansprechen. Als erwachsener Mensch kann man sich aber genauso unterhalten fühlen, denn Disney versteht es, aus einem Kindergrusler etliche Filmzitate einzubauen, sodass der erfahrene Horrorallesgucker extrem geschmeichelt sein dürfte. In vielerlei Hinsicht dürfte man diese Gruselkomödie gewiss als Parodie ansehen, die 3 Hexen sind charakteristisch schon sehr arg überzeichnet. Dass fordert die Lachmuskeln, unterhält und führt zu heufigem Gelächter. Die Hexen sind gewiss nicht angsteinflössend, sondern eher herrlich überdreht und doofnaiv, wie es uns die blonde beweist, oder zurückgeblieben und leicht sensibel wie die schwarzhaarige Dicke. Die Anführerin der Hexenband hat eh einen Oscar verdient, mit ihren komischen Zöpfen, ihrer dummgrimmigen Mimik und ihrem seltsam geschmickten Mund sieht sie schon recht doof aus. Ohnehin sind alle drei in ihrer Darstellung herrlich overacted, schrill und hohl, die Dicke mit ihren nach unten geschobenen Mundwinkel und ihren starrenden Augen, ist da ein weiteren Lacher wert. Viele werden die Dialoge und deren Rumgeblöke sicherlich nach einer Zeit als nervig empfinden, was dann auch bald der Fall sein sollte. Der kindliche Humor, Witze und Anspielungen nutzen sich schon bald ab, aber dafür streuhte man dann eben eine sprechende Katze mit ein, oder lässt einen Zombie auferstehen, der den Hexen hilft. Auch wieder eine sehr parodierende Darstellung, seine Gestik ist schon leicht übertrieben, während seine Maske ein wenig an eine niedliche Version von Jacksons Thriller erinnert. Desöfteren darf der auch mal den Kopf verlieren, natürlich aber unblutig. Ist ja klar. Ansonsten sind die Sets, Kulissen und Drehorte herrlich mit Requisiten beschmückt, gut benebelt und ausgeleuchtet. Das hat gewiss klasse und weiss zu verträumen. Vorallem gibt es einem die richtige Atmosphäre, die für einen Kindergruselfilm echt angebracht ist, alles in allem ist die komplette Inszenierung schon recht belustigend, aber eben auch genauso düster. Was Hocus Pocus als Gruselkomödie vormacht und dabei alles richtig macht, macht zum Beispiel "Die Geistervilla" mit Murphy alles falsch. Hier reiht sich gut durchdachter Witz an Witz, selten ist dabei etwas platt und das Ende mit den erstarrenden und zu Staub verpuffenden Hexen, ist da echt ein Highlight.
Fazit:
Ein verträumter, bizarrer, düsterer und auch witziger Kindergruselfilm mit herrlich bescheuerten Hexen aber genauso viel tollen Ideen, wie auch wunderbar passenden Effekten und Kulissen. Der perfekte "Horror"film für Kinder.
74%