Review
von Leimbacher-Mario
Eis, Eis Lazy
Uh, was für ein mager gekühlter Quark... Das Einzige was an „The Chilling“ (immerhin mit Linda Blair und Dan Haggerty verheißungsvoll besetzt!) Hoffnung auf Eis macht, ist der Gedanke ans Gefrierfach, wenn man sich vage daran erinnert, letzten Mittwoch Ben&Jerrys gekauft zu haben... Erzählt wird in diesem oft regelrecht peinlichen Müdmacher von einem Cryogenlabor (also wo Menschen gegen teures Geld eingefroren gelagert werden!), in dem ein Blitz einschlägt. Und dadurch werden die eh schon fragwürdig gelagerten Exemplare unserer Gattung zu „blutrünstigen Monstern“, die dem spärlichen Personal den Feierabend versauen...
Ich mag die campy-düstere Ausgangslage. Etwas Trash, etwas Carpenter. Etwas Blut, etwas Eis. Blitze, Beißer, Bier. Ich mag auch Blair und Haggerty. Und obendrauf könnte man das „Einfrieren“ selbst in einem B- bis C-Movie noch für ein paar philosophische und ethische Gedankenspiele gebrauchen. Umso erstaunter bin ich über das Ausmaß, wie maximal es „The Chilling“ verkackt. Die Cryo-Zombies sehen unterirdisch aus, gehören in den Kölner Karneval, nicht auf Film gebannt. Die beiden Namen bekommen rein gar nichts zu tun, kassieren nur den Check, eine Story oder geschweige denn Charakterentwicklungen gibt es nicht im Geringsten zu bestaunen. Alles wirkt dilettantisch und lustlos vor unsere Füße gespuckt, irgendwie mit Tappex halbwegs zusammengeschustert. Meist zu dunkel belichtet, mit merkwürdigen Schnitten verschandelt, von idiotischen Dialogen abgerundet. Und dabei ist das Ganze nichtmal unterhaltsam daneben, schlecht, günstig - es ist einfach ermüdender als die mieseste Folge des Sandmännchens. „The Chilling“ verpasst einem weder Gänsehaut noch Frostbeulen - eher einen erholsamen Schlaf und ungläubiges Staunen, wie man sowas als „fertigen Film“ abliefern kann. Kein Wunder, dass man von dem Regieduo nie mehr etwas gehört hat...
Fazit: coole Idee, eiskalter Restmüll als Ergebnis. Ein echtes Schnarchfest. Unfassbar mies inszeniert. Leider auch nicht „so bad it's good“. Obendrauf noch blutleer. Talentfreiheit to the Max. Da hilft auch Linda Blair nicht mehr. „The Chilling“ sollte man eher verbrennen als einfrieren. Und ein solcher Dinohaufen Mist stinkt auch bei -80 Grad leider noch gewaltig!