Review

Inhalt:

China, unmittelbar vor dem Macht-Antritt der manchurischen Qing-Dynastie. Am Meer..., an einem Strand, fordert der KungFu-Fighter Tu Tashan (Chen Hsing) einen Mann heraus, der ihn 5 Jahre zuvor im Kampf besiegte.
Tu Tashan will der "World-Champion" im KungFu sein..., und fordert jeden Kämpfer kaltblütig heraus.
Auch in diesem Kampf bleibt Tu der Sieger..., und der Sohn des Getöteten ist Zeuge des Geschehens.
Kurz vor seinem Tod bittet der Besiegte seinen Bezwinger darum, einen Verräter, der mit den Manchus kollaboriert, auszuschalten!

Und zwar den Fürsten Tien Lung Chong (Hwang Jang Lee)! Tu geht darauf ein. Und mit dem Sohn des Getöteten, Hsiao Hu (Ting Wa-Chung) hat er leichtes Spiel.
Er nimmt aber den jungen Mann mit..., er soll bei ihm sozusagen in die Lehre gehen. Um eines Tages Rache an ihm nehmen zu können.
Ein perfider Deal..., Tu lehrt dem Sohn eines von ihm Getöteten, diesen eines Tages zu rächen, während er dem letzten Wunsch des Getöteten entsprechend nachgeben will!

Tu Tashan bildet Hsiao Hu aus..., und nimmt immer wieder Herausforderungen an, wird immer wieder in Kämpfe verwickelt.
Ein Mann mit einer ominösen, roten Teufelsmaske überbringt die nächste Herausforderung:
Es geht gegen Lui Chan Yuan (Lo Lieh) und dessen Studenten (Yuen Shun-Yi), der aber bereits von Hsiao Hu besiegt wird. Tu unterliegt unterdessen Lu Chan Yuan, wird verletzt, aber nicht getötet.
Lu Chan Yuan kooperiert mit Tien Lung Chong, und warnt diesen vor Tu Tashan!

Tu Tashan kämpft nicht nur, er tut auch Gutes: So verhindert er, dass die schöne Hsiao Hung (Cheng Ming-Li) verkauft wird.
Doch steht alsbald die nächste Herausforderung an..., die rassige Amazone Shanmei (Doris Lung Chung-Erh), und 2 junge Kämpfer (Yuen Biao, Corey Yuen), auch sie unterstehen Tien Lung Chong!

Schließlich kommt es endlich zum Duell zwischen Tu Tashan und Tien Lung Chong.
Doch nehmen die Dinge eine überraschende Wendung...! Wer ist der Mann mit der roten Teufelsmaske...? 
Und wird Hsiao Hu noch Rache an seinem Meister, an Tu Tashan nehmen...?


Fazit:

Ganz hervorragend! 
Im Jahre 1979 (anderen Quellen zufolge 1977) drehte Regisseur William Cheung Kei (aka William Chang Chi) für die Studios von "Kee Wo Films" auf Taiwan diesen erstklassigen KungFu-Actioner, der zu einem Klassiker des Eastern wurde.
In gediegener Eastern-Atmosphäre, viel open air, mit Felslandschaften und Wasserfällen..., sowie in nicht unbedingt kostengünstiger Kulisse und mit gefällig ausgestatteten Darstellerinnen und Darstellern, mit teils heroischer aber immer gut passender Musik untermalt, erzählt hier die Regie eine ungewöhnliche Storyline, die stringent, flüssig, ja kraftvoll hier umgesetzt wird, und den Betrachter 93 Minuten lang zu fesseln versteht!

Welch Konstellation! Ein Mann tötet den Vater eines Heranwachsenden..., und nimmt diesen mit, mit ihm den letzten Wunsch des Getöteten umzusetzen, und den jungen Mann dabei so auszubilden, dass dieser seine Rache angehen kann. Sprich: Diesen anzulernen, ihn töten zu können!
Also ich habe ja wohl insgesamt im Leben an die 1.000 Eastern gesehen, aber eine derartige Konstellation in einer Storyline..., nee, da müsste ich lange überlegen.
Das ist denn mal was anderes..., und William Cheung Kei gelingt es, diese Geschichte subtil und gar überzeugend in Szene zu setzen, den interessant-spannenden Plot konzentriert voran zu treiben.
Auch ruhige Momente und Dialoge, die diese Story voran bringen, weiß Cheung Kei behutsam zu setzen..., Darsteller und Fights können zudem überzeugen, und so gelingt denn Cheung Kei ein richtig starker, ausgezeichneter Eastern!

"Heroes of Shaolin" besticht zudem durch einen überraschend prominenten Cast, einen Mega-Cast, der jeden Eastern-Fan mit der Zunge schnalzen lässt:
Chen Hsing, Lo Lieh, Hwang Jang Lee, Yuen Biao, Corey Yuen, Doris Lung Chung-Erh, Ting Wa-Chung..., also das kann sich nicht nur sehen lassen, das ist ein echt krasser Cast. Und das bürgt für Qualität, darstellerisch, und vor allem hinsichtlich der Action. Die kann dann nur noch durch einen schwachen Choreographen versaubeutelt werden..., da aber Yuen Biao und Corey Yuen hier denn gleich die Action-Regie selbst übernahmen, sind denn auch die KungFu-Fights in Profi-Hand und entsprechend hochklassig!

Eastern-Haudegen Chen Hsing agiert in der Hauptrolle..., und so kalt wie kompromisslos seine von ihm verkörperte Figur ist, so spielt er sie auch, trocken heraus.
Tja, das passt zu diesem Charakter..., und Chen´s Darstellung hebt somit den Streifen weiter an. 
Ting Wa-Chung spielt eine Schlüssel-Rolle..., denn er ist der junge Spund, der von dem Mann ausgebildet wird, der seinen Vater tötete, und an dem er sich somit rächen will. Ting spielt das ebenso kalt, fast trocken..., und das überrascht den Betrachter. Zunächst ist er natürlich unerfahren-hitzköpfig-emotional und will sich sofort rächen..., doch er passt sich Chen Hsing an. 
Denn nur subtil-geduldig kann er sein Ziel erreichen..., doch -und das ist der Kniff an der Sache- weiß der Betrachter bis zum Schluss nicht, ob denn nicht die Rache Ting´s bei diesem selbst vergessen gerät.

Cheng Hsing vs. Lo Lieh..., oder Chen Hsing vs. Hwang Jang Lee..., ja muss ich denn den Eastern-Kennern da noch groß was erzählen?
Passt die Choreo, dann MUSS das doch süperb sein. Und ist es auch!
Lo Lieh ist der Villain..., und er spielt diesen wie gehabt, sprich: Stark.
Dieses schmierige Lächeln, diese eiskalte, skrupellose Aura..., Lo Lieh ist nicht nur ein ausgezeichneter Fighter, er ist auch ein sehr guter Schauspieler, und das bringt er auch hier gekonnt ein.

Hwang Jang Lee wird nur dezent eingesetzt, spielt aber einen "White hair"-Villain aus dem Bilderbuch.
Und sein KungFu gefällt, was Wunder. Ich hätte hier gerne mehr von diesem und ihm selbst gesehen.
Yuen Biao und Corey Yuen agieren als Fight-Duo mit Bewaffnung..., und sorgen für kernige Action. Sie harmonieren kongenial als Duo..., und kämpfen so abwechslungsreich, wie sie auch die Fight-Choreographien hier gestalten.

Die weiblichen Rollen übernehmen hier die rassige Doris Lung Chung-Erh und die schöne Chen Ming-Li.
Letztere sorgt für die ruhigeren, melancholischen Momente, die die Regie geschickt mit einwebt.
Doris Lung Chung-Erh, hier auf dem Zenit ihrer Attraktivität, ich würde sie wirklich nur dann von der Bettkante schubsen, wäre ich mit Felicia Pochhammer liiert.
Sie spielt hier eine rassige Amazone..., cool im Spiel, agil in der Action..., in der sie mit Yuen Biao und Corey Yuen gelungen kooperiert.

Das bringt mich abschließend zur KungFu- und WuShu-Action, die diesen exzellenten Eastern denn abrundet.
Hochklassige, abwechslungsreich choreographierte, rasant-dynamische und intensive KungFu-Fights, und Kämpfe mit Waffen..., immer wieder eingestreut..., und ein blutiges Finale. So muss das sein, und ist die Sahne auf dem Kuchen.
Die Choreographien von Corey Yuen und Yuen Biao, ein starkes Dubbing (Geräuschkulisse) und das kampfkünstlerische Können von Chen Hsing, Lo Lieh, Hwang Jang Lee, Ting Wa-Chung, Doris Lung Chung-Erh sowie Corey Yuen und Yuen Biao selbst, sorgen für einen Einklang, der die Action richtig rund macht.

Tja, "Heroes of Shaolin"..., ein richtig guter Eastern, viel mehr gibt es nicht zu sagen.
Gefiel mir echt gut!

9/10.

Details
Ähnliche Filme