"Savage Streets" kann man einfach mit zwei Adjektiven beschreiben: dreckig und gemein. Durch den ganzen Film zieht sich eine schmutzige Atmosphäre, glückliche Momente oder lustige Szenen sucht man hier fast vergebens. Ein Paar Worte zur Handlung:
Brenda ist die Anführerin einer Mädel-Gang. Sie und ihre Chicas, darunter auch ihre taubstumme Schwester Heather, machen des Nachts die Strassen auf unterhaltsame Weise unsicher. Neben Brendas Gang gibt es aber noch eine Bande, die aus vier Jungs besteht und diese Leute machen die Strassen auf üble Weise unsicher: hier ne Erpressung, da ne sexuelle Belästigung und zwischendurch auch Prügeleien. Brenda erlaubt sich mit ihren Freundinnen einen Scherz. Sie "leihen" sich die Karre der bad boys aus und füllen den Innenraum mit Müllsäcken. Aus Rache ergreifen die Jungs Heather und vergewaltigen sie der Reihe nach. Noch ein Tritt ins Gesicht und die Kleine muss ins Krankenhaus; die Täter schaffen es noch sich aus dem Staub zu machen, ohne erwischt zu werden. Die Schurken können aber nicht genug kriegen. Sie wollen noch mit einer anderen Tuse aus Brendas Gang abrechnen. Gesagt, getan. Das Mädel wird von ner Brücke geschleudert und stirbt in Pein. Nun ist da ein Weichei in dieser Schurkentruppe, welches nach diesem Mord schlapp macht und sich am Krankenbett von Heather ausheult. Tja, Pech gehabt! Brenda hört sich das Geheule an und erfährt wer für die Vergewaltigung verantwortlich ist. Sie mutiert zu einer Art Rambo und rechnet der Reihe nach mit den Übeltätern ab. Ende.
Na ja, die Geschichte kennen wir ja schon aus anderen Filmen und wenn die Umsetzung dann nicht überzeugt, wirds schlimm. Glücklicherweise ist "Savage Streets" tatsächlich einer von den besseren Rape & Revenge Filmen, sprich die Umsetzung ist gut gelungen. Die bösen Taten des Männer-Quartetts sind wirklich sehr fies und man wünscht ihm schon bald die Pest an den Hals. Allerdings werden die Kerle auch nicht als unüberwindliche Brutalos dargestellt, was man in der Discotheken-Szene sieht. Der finale Rachefeldzug Brendas ist sehr unterhaltsam, schon allein, weil die Typen abkratzen.
Bereich Schauspielkunst: mir sind nur zwei Personen bekannt, nämlich Linda Blair(Brenda) und Linnea Quigley(Heather), zu beiden schreib ich erst später etwas. Ich fange mit den Bösen an. Der Anführer der Jungs spielt... naja, ich drück mich mal so aus: bei seiner Visage bezweifle ich, dass er im realen Leben friedlich ist. Ich will mal so lieb sein und das als gute schauspielerische Leistung bewerten. Das Weichei ist der schlechteste Darsteller im Fim, besonders im Krankenhaus spielt er grottig. Jetzt weiss ich endlich was overacting ist. Die anderen beiden Kerle machen ihre Aufgabe ordentlich, allerdings könnte das wohl jeder andere Schauspieler( ausser das Weichei natürlich) genau so gut schaffen. Nun zu den beiden Mädels. Linnea Quigley beweist auch hier, dass sie absolut nix drauf hat. Man beachte die lächerlich gespielte Ballet-Szene, in welcher sie so grinst, als wär ihr das Gehopse peinlich. In der Vergewaltigungs-Szene kommt überhaupt nicht rüber, dass sie sich bedroht fühlt. Das einzige, was sie hinkriegt ist verprügelt im Krankenbett liegen. Linda Blair hingegen hat mich fast komplett überzeugt. Ob sie nun ein Machtwort in der Gang spricht, oder sich mit ihren Lehrern auseinandersetzen muss, es passt einfach. Auch ihre "Mutation" zur Kampfmaschine hat mir sehr gut gefallen. Sie ist ihren Gegnern überlegen und genau das zeigt sie auch. Eine andere Frau kann ich mir in dieser Rolle gar nicht vorstellen. Nur in der bereits erwähnten Krankenhaus-Szene wirds etwas peinlich (ja, das ist die schlechteste Stelle des Films!).
Richtig grauenhaft ist die Musik im Film. 80er Rock der allerübelsten Sorte, unerträglich und brechreizerzeugend.
Fazit: Durchaus unterhaltsamer "Actionthriller" mit einer guten Linda Blair (wie auch immer man das deuten mag) und viel Gewalt.
Wertung: 7(Unterhaltung)-2(Musik)+2(Linda Blair)= 07/10 Punkte.