Review
von Leimbacher-Mario
„B“-Movie - für Brüste, Bier, Blair und Bogen!
Ein gutes Jahrzehnt nachdem die gute Linda Blair mit geistlicher Hilfe den fluchenden Dämon Pazuzu unter großem Leid besiegen/überwinden konnte, sieht sie sich (nun in jeglicher Beziehung „ausgewachsen“) in diesem kultigen Rache-Actioner ihrer seitdem größten Herausforderung entgegen - einer fiesen Gang von Drogendealern und Killern, die ihre taubstumme (!?) Schwester missbrauchen und dadurch die grossbrüstige und frechlippige Hölle der Föhnfrisuren und Armbrüste (mit Betonung auf Brüste!) auf sich ziehen...
„I Spit On Your Grave“ trifft „Streets of Fire“ könnte man das nennen, „Savage Streets“ ist ein käsig-dreckiger Exploitation-Reisser zwischen Tittenshow, Killer-Soundtrack und Feminismus. Unverkennbar von einem späteren „Freitag der 13.“-Regisseur inszeniert, mit hübschen, oft nackten Damen, ekligen Vergewaltigern und Thugs, mehr 80er als auf dreizehn Schulterpolster passt. Das ist definitiv Bahnhofskino, allerdings mit dem Stil und etlichen Empfindlichkeiten des damaligen Zeitgeists, der damaligen Mode, des damaligen Mainstreams ins Extrem getrieben. Der Soundtrack würde weggehen wie warme Semmeln, wenn man ihn denn endlich nochmal neu auf Vinyl auflegen würde, an jeder Ecke gibt es 80er-Kuriositäten zu bestaunen, die mich locker über die ein oder andere Länge getragen haben. Und Linda Blair ist badass und die racherfüllt-rauchende Nackedei-Badewannen-Aufnahme von ihr ist schlicht und ergreifend einer der (in jedem Sinne des Wortes) geilsten Shots seines Jahrzehnts. Ihr merkt es schon: ich mag „Savage Streets“ sehr. Selbst wenn ich etwas mehr Härte, etwas mehr Tempo und einen Showdown mit allen „Satins“ noch toller gefunden hätte. Sei's drum. Kein cineastischer Klassiker - aber ein steiler Fan-Favorit!
Fazit: volle Kanne Neonjahrzent und gleichzeitig total Gosse - geile Kombi! „Savage Streets“ ist ein sehr zeugefreudiges, launiges Rape&Revenge-Exploitation-Brett irgendwo zwischen „The Warriors“, „Death Wish“ und wahlweise den sexy Sportclips oder dem „Call On Me“-Musikvideo. Für 80er-Cheese-Fans einfach nur empfehlenswert. Und man ist die kleine Linda groß geworden...