Die taffe High School-Braut Brenda und ihre Freundinnen legen sich während einer ihrer Touren durch das nächtliche L.A. mit dem psychopathischen Drogendealer Jake und seiner dreiköpfigen Gang - den "Scars" - an, als Brendas taubstumme, jüngere Schwester Heather versehentlich vor das Auto der Rowdys läuft und beinahe überfahren wird, woraufhin die Mädels sich revanchieren, indem sie kurzentschlossen die Karre klauen und mit dem Inhalt einer Mülltonne dekorieren. Jake und seine Kumpels üben daraufhin Vergeltung, indem sie Heather zu viert in der Mädchenumkleide der Schule überfallen und vergewaltigen, was zur Folge hat, dass diese ob ihrer schweren Verletzungen in ein Koma fällt. Als Jake kurz darauf auch noch Brendas beste Freundin Francine von einer Brücke schmeisst, sieht die Teenagerin rot und greift zur Armbrust, um die "Scars" auf eigene Faust auszuradieren... "Savage Streets - Die Straße der Gewalt" geriert sich ob seines Settings und Handlungs-Aufbaus ein wenig wie ein sehr viel weniger ernstzunehmender Verwandter von Mark L. Lesters "Die Klasse von 1984", obschon hier direkt zu Beginn nicht einmal mehr der Anschein erweckt wird, einen "realistischen" Blick auf die Zustände an amerikanischen High Schools zu werfen und einen einigermaßen validen Kommentar zum Thema "Kriminalität und Gewalt unter Jugendlichen" abzugeben... stattdessen bewegt sich das Ganze von vorherein ungeniert in Exploitation-Bahnen und fährt regelmäßig die satten Nudity-Schauwerte auf. Bezeichnend auch, dass hier kein gebeutelter Lehrer, der mit seinem pädagogischen Latein am Ende ist, den extra-schmierig gezeichneten Missetätern am Ende wortwörtlich Feuer unterm Arsch machen darf, sondern halt die ziemlich hotte Linda Blair, die sich für ihren Rachefeldzug zuvor in ein scharfes Leder-Outfit schmeißt. Danny Steinmann dürfte sich hiermit wohl für den Regie-Job bei "Freitag der 13. - Ein neuer Anfang" empfohlen haben, denn den Body-Count-Schluss-Part hat er hier schon voll und ganz nach den üblichen Slasherfilm-Formeln durchinszeniert. "Savage Streets - Die Straße der Gewalt" macht dann aber doch etwas mehr Spaß als der Franchise-Tiefstpunkt rund um Fake-Jason Voorhees aus dem Folgejahr, denn die Publikums-Erwartungen werden hier nicht so hart-dilettantisch unterwandert wie dort, sondern stattdessen fast schon über Soll erfüllt: Von der Streetgang über Rape-and-Revenge mit Selbstjustiz-Kante bis hin zu Teenie-Sex-Motiven (inklusive nackiger Cat-Fights in der Mädchen-Dusche!) wird hier so einiges in die Waagschale geschmissen und zudem auch noch mit einer ordentlichen Kelle 80er-Jahre-Flair vermengt, was sowohl Klamotten und Frisuren der Darsteller als auch die musikalische Untermalung mit sattem Glam-Rock anbelangt. Das Ergebnis davon ist nun nicht unbedingt ein guter Film, aber er erledigt seinen Job doch mehr als zufriedenstellend. Die junge Linnea Quigley wirkt in der Rolle der taubstummen Heather in ihrem zugeknöpften Klosterschülerinnen-Outfit zwischen all den aufgetakelten Hühnern da zunächst noch ein wenig fehl am Platz, aber spätestens in der ausgedehnteren Gruppenvergewaltigungs-Sequenz ahnt man dann doch wieder, warum die hier gecastet wurde...
6/10