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Ja, es ist schon eines rechtes Kreuz, was man manchmal mit seiner Mutter haben kann. "Tue dies nicht", "Tue das nicht", "Räum Dein Zimmer auf", so schalte es vor allem damals, als man noch als Kleinkind auf seiner Mutter hören musste. Nun, in der Filmwelt wurden diese, mitunter recht traumatischen, Kindheitserlebnisse schon des öfteren verfilmt, bzw. das drastische Ergebnis, dieser kindlichen (und manchmal auch noch erwachsenen) Tortour. Am bekanntesten dürften dabei wohl vor allem zwei Filme sein. Zum einen Hitchcocks Thriller-Klassiker "Psycho", zum anderen Danny DeVitos moderner Komödien-Klassiker "Schmeiß' die Mama aus dem Zug"! Und fürwahr, diese tiefschwarze Comedy ist wirklich wunderbar gelungen.

"Throw Momma from the Train" ist eine Komödie, die in so ziemlich allen Punkten stimmt. Das fängt schon bei der clever aus- und durchdachten Filmstory an, die spürbar als Hommage an Hitchcocks "Der Fremde im Zug" angelehnt wurde. Ein kleines dickes Muttersöhnchen, Owen, erdenkt sich, einen perfiden Racheplan, wie er seine grantige und durch und durch bösartige Mutter unter die Erde bringen könnte, ohne das der Verdacht auf ihn fällt. Er läßt sie einfach von seinem Kumpel, Larry, einem Professor für Literatur, kaltmachen. Dumm nur, dass dieser darauf erst einmal gar keine Lust hat, auch dann nicht, als Owen dessen ungeliebte Ex-Frau aus dem Weg räumt. Doch dann lernt Larry die Mutter kennen und das Spiel nimmt seinen Lauf. Herrlich makaber und wunderbar schräg, ist in Stu Silvers Drehbuch so ziemlich alles und jeder ausgefallen. Logiklücken halten sich in Grenzen und auch sonst ist die Story rundum glatt ausgefallen und passt ideal, zu einer rabenschwarzen Komödie.

Und wie es sich bei einer guten Komödie gehört, so machen es vor allem schräge Charaktere und wunderbare Witze aus, ob der Film gelingt oder nicht. Und von skurrilen Figuren sind hier einige anzufinden. Allem voran Owen und seine Mutter. Owen ist wirklich der notorische Loser, wie er im Buche steht. Immer unter der Fuchtel seiner Mutter stehend und alles nur so falsch machen, wie es irgendwo geht, kann einem diese Figur mitunter manchmal ganz schön Leid tun. Zwar gibt es in der Filmgeschichte sicher noch weitaus größere Loser, doch wenn es um die sympathischsten Loser geht, dann steht Owen ziemlich weit oben, auf der Rangliste. Dazu die grantige und wunderbar bösartige Mutter von Owen, die wohl eine der bösartigsten und überzogensten Mutter-Figuren darstellt, die es je im Film gegeben hat. Stehts und ständig traktiert sie ihren Sohn, mit allerlei stumpfsinnigen Aufgaben und macht sogar vor seinen Freunden nicht halt (Zitat: "Was machst du hier du Arsch, Ich denke du bist tot"!). Ja, jeder der mal über seine eigene Mutter geflucht hat, wird es, nach Anblick dieses gar scheußlichen Biest einer Mutter, danach Leid tun. Diese Mutter hat es einfach nicht anders verdient, als möglichst schnell ins Gras zu beißen.

Und auf die skurrilen Charaktere baut sich dann natürlich der wunderbar bissige Witz auf, der durch die Bank weg zum Lachen einlädt. Auch wenn die riesigen Brüller eher selten sind, so kann man sich über die Meisten der, mitunter bitterbösen, Jokes, doch köstlich amüsieren. Blindgänger gibt es darunter so gut wie keine auszumachen. Alle Filmjokes wurden optimal gesetzt und treffen wirklich jedes Mal ins Schwarze. Auch wenn manches mitunter übertrieben wirkt, so kommt man doch aus dem Lachen nicht mehr raus. Wirklich ein wunderbares Witze-Sammelsurium, was sich Silver hier ausgedacht hat.

Aber natürlich dürfen auch die Darsteller nicht vergessen werden. Allen voran Anne Ramsey, in ihrer ewigen Rolle, der bitterbösen alten Lady. Wie schon in vielen ihrer anderen Filme, so spielt sie auch hier ihre Rolle perfekt. Dazu das wunderbar ekelhafte Aussehen (ob es nun durch die Maske entstanden ist, oder ob sie wirklich so schön scheußlich aussieht, mag ich nicht zu wissen), dass ihrem Schauspiel noch den richtigen Pfiff gibt. Weiterhin ein herrlicher Danny DeVito, als schrulliges Muttersöhnchen, der seine Mutter liebt, obwohl er sie lieber tot sehen möchte. Und der immer gute Billy Crystal, der, als Literatur-Professor mit Schreib-Blockade, einfach nur göttlich ist. Kurzum, dieses Trio ist einfach perfekt!

Fazit: Herrlich finsterer Comedy-Brüller von Danny DeVito, der auch beim 100 Mal noch für Lachfalten sorgt. Ein herrlich ausgetüfteltes Drehbuch, grandios schrullige Figuren, herrlich komische Witze, weitgehendst ohne Blindgänger, und ein exzellentes Schauspieler-Ensemble, ergeben eine 80er-Jahre-Komödie, wie man sie sich nur wünschen kann. Freunde schwarzer Komödien, dürfen sich diesen modernen Klassiker jedenfalls nicht entgehen lassen!

Wertung: 8/10 Punkte

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