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Als "Alexander der Große", im Jahre 323 vor Christi Geburt einer schweren Krankheit erlag, war er nicht einmal 33 alt. In seinem kurzen Leben hatte er ein Reich erobert, das 3.200.000 Quadratkilometer umfasste. Er war ein Krieger, der seinen Soldaten stets voranschritt und unterwarf Völker, ohne sie zu demütigen. Alexander verlor niemals.

Kurz zur Story: Ptolemaios (Anthony Hopkins) hält Alexanders Biographie für die Ewigkeit fest. Er erzählt von einer schwierigen Kindheit, berichtet von Alexanders (Colin Farrell) frühen Visionen, von Macht und Ansehen und einem endlosen Feldzug. Nur eine heimtückische Krankheit vermag den Krieger schließlich zu besiegen.

Verkörpert wird "Alexander der Große" von Colin Farrell ("Nicht auflegen", "Daredevil"), der dem Helden menschliche Eigenschaften verleiht, ihn manchmal schwach und fehlbar erscheinen lässt. Aber "Alexander" wäre kein Oliver Stone Film, hätte es nicht schon vor dem damaligen Kinostart kontroverse Diskussionen gegeben. In erster Linie drehten sich diese um die geschlechtlichen Vorlieben des großen Kriegers. Denn der Film hat tatsächlich einen starken homosexuellen Aspekt. Da wäre zum Beispiel Alexanders Verhältnis zu seinem Heerführer Hephaistion (Jared Leto), das unzweifelhaft die Vertrautheit einer Männerfreundschaft übersteigt. Außerdem kann der Eroberer den Körpern fremder Tänzer mindestens genau soviel abverlangen wie den üppigen Rundungen seines eigenen Weibes Roxane (Rosario Dawson). Da stellte ich mir doch die Frage, ob Oliver Stone diese Anspielungen wirklich einbringen musste und sie einfach nicht weglassen konnte. Denn damit hat Stone nicht nur am Denkmal des griechischen Nationalhelden gewackelt, sondern mit Sicherheit auch Alexander-Fans in aller Welt schockiert hat.
Doch dies ist nicht der einzige Aspekt was den Film gewaltig in den unteren Mittelmaß runterzieht. Denn der Film ist in seinen knapp drei Stunden Laufzeit viel zu langatmig geraten. Denn anstatt mehr Schlachten zu präsentieren, wovon Alexander ja eigentlich gelebt hat, werden dem Zuschauer eine Dialogszene nach der anderen präsentiert. Die zwei Schlachten die in der ersten Hälfte und gegen Ende des Films auftreten, die Oliver Stone ausführlich inszeniert hat, sind zwar imposant und atemberaubend, doch ich hätte mir davon reichlich mehr gewünscht.
Doch wenigstens schauspielerisch ist Alexander mit einer Top-Besetzung ausgestattet. Colin Farrell spielt seine Rolle als Alexander gut, ebenfalls wie Angelina Jolie ("Tomb Raider", "Der Knochenjäger") als dessen Mutter. Besonders herausstechen kann in seiner Rolle Val Kilmer ("Heat", "True Romance") als Alexanders Vater Philip, der hier eines seiner besten Leistungen vollbringt, dagegen ist Anthony Hopkins ("Das Schweigen der Lämmer", "Auf Messers Schneide") als Erzähler Ptolemaios unterfordert.

Fazit: Regisseur Oliver Stone ("Platoon", "An jedem verdammten Sonntag") hat mit "Alexander" einen leider viel zu lang geratenen Historien-Epos inszeniert, bei dem vor allem die homosexuellen Anspielungen gewaltig Nerven. Wenigstens die Darsteller agieren klasse und die fantastische Optik, mit den zwei atemberaubenden, aber leider viel zu wenigen Schlachten, können sich ebenfalls allemal sehen lassen. So bleibt unterm Strich nur noch zu sagen das "Alexander" eine große Enttäuschung ist und es leider nur zum unterern Durchschnitt reicht.

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