Review

Nachdem schon eine Menge anderer Leute hier eine Kritik abgeliefert haben, fühle ich mich nun nach Ansicht dieses Werkes auch dazu berufen, meinen Senf dazu zu geben.

Zum Inhalt möchte ich mich nicht ausführlich äußern, da dies schon vielfach getan wurde und, da es eine biografische Verfilmung ist, kann man die geschichtlichen Ereignisse/ Verwicklungen auf diversen
Geschichtswebseiten nachlesen. Dabei sind natürlich historische Ungenauigkeiten, die es in jedem dieser antiken Spektakel gibt, aus nervlichen Gründen zu vernachlässigen.
Ich muss zugeben, meine Erwartungshaltung war nicht so groß, da ich als Geschichtsfan diese historische Figur und seinen (kurzen) Lebensweg schon kannte und es ja nicht der erste Film seiner Art ist. Nach Ansicht des Filmes war ich schon recht zwiegespalten über das, was ich da gesehen hatte. In erster Linie ist es mir wichtig, gut unterhalten zu werden und das gelingt diesem Film nur bedingt.
Die Schauspieler sind soweit in ihren Rollen, wirkliche Ausfälle gibt es nicht - ein gewisses Overacting ist in dieser Art Film wohl einfach Voraussetzung.
Störend war hierbei nur die Alterslosigkeit von A.Jolie, obwohl sie natürlich Zucker für's (männliche) Auge war...
Die Musik des Filmes war eines Epos angemessen, doch für meinen Geschmack drängte sie sich zu sehr in den Vordergrund anstatt nur begleitend zu sein - vielleicht lag das aber auch nur an der DVD-Abmischung.
Die Ausstattung und Optik des Filmes lassen keine Wünsche offen - das antike Babylon ist eine Augenweide - sodaß man genau hier sehen kann, wo ein Teil des beträchtlichen Budgets geblieben sind. Computertricks sind nur selten auffällig und fügen sich gut in das Gezeigte ein.
Richtig genervt hat mich der ständig zunehmende
homophobe Hintergrund. Mir ist schon bekannt, daß man Alexander diese Neigung nachsagte bzw. im antiken Griechenland lockerer mit sexuellen Präferenzen umging, aber deswegen mußte man Alexander nicht mit jedem zartaussehenden Burschen in die Kiste schicken.
Was mir auch etwas aufstieß, war die Bewertung der FSK - in den 80-er Jahren wurden Filme nach Belieben geschnitten, indiziert oder sogar verboten - heute kommen selbst Filme, die an ein erwachsenes Publikum gerichtet sind mit einer FSK 12 davon - unverständlich...
Die (wenigen) Schlachtszenen waren wuchtig inszeniert, wenn auch mit etwas zu viel Handkamera und zu wenig Überblick für den Zuschauer. Ebenfalls recht gewöhnungsbedürftig waren einige Stilmittel, die Stone hier einsetzte, z.B. rotes Einfärben des Materials in der 2.Schlachtszene des Filmes. Einige langatmige pathetische Mono- bzw. Dialoge lagen auch etwas schwer im Magen.
Insgesamt kann ich sagen, daß ich mich nicht so unterhalten habe, wie ich es mir wünschen würde, aber der Film war auch nicht wirklich langweilig.
Meine Bewertung: Optik gut, Ausstattung hervorragend, Schauspieler fähig, Dialoge/Monologe etwas langatmig und pathetisch, Action geht in Ordnung und Story ist vorhersagbar, da bekannt. Alles in allem zwiespältig und jeder muss sich selbst ein Urteil bilden: von mir 6/10 Pkt.

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