Ohauaha.
Mit den US- Monumentalfilmen geht es bergab. Wo "Königreich der Himmel" (grandiose deutsche Titelverhunzung) und "King Arthur" bereits schwächeln, schießt "Alexander" den Vogel ab.
Collin Farrell als kleiner blonder Alexander, der eher einem Milchbubi als einem knallharten Feldherren gleicht, Angelina Jolie als seine knallhart emanzipierte Mutter (die sexuelle Spannung zwischen den beiden wirkt alsbard recht pervers) und Val Kilmer als einäugiger Vater von Alexander (hätte man beinahe nicht erkannt).
Die Story wird von einem alten Knacker in Alexandria nacherzählt, so geht auch für die letzten Geschichtsidioten die Spannungspunkt verloren, denn das Ergebnis des Filmes sieht man ja schon hier.
Wirklich schlimm ist der Film aber nicht wegen seiner dilletantischen Erzählweise, der vollkommen falsch gewählten Schauspielern, den (recht blutigen) Schlachtenszenen, die übrigens totenlangweilig sind und der total unpassenden Musik von Vangelis, sondern wegen seiner gerade zu brachialen und traurigerweise sichtbar ungewollten Komik.
Jeder fünften Person fehlt ihr komischerweise ein Auge, Alexander tuntenhaftes Kriegsgebrüll, Frisuren aus den späten 80ern und - eine homosexuell gespannte Szene. Ehrlich, ich habe nichts gegen jegliche Gesinnung, aber die ständigen beinahe-Kussszenen, romantischen Gespräche und Augenglitzereien zwischen Alexander und mehrerer seiner Gefolgsleute geht auf Dauer auf die heterosexuellen Nerven. Jedoch sind sie zum Schreien komisch, wenn man sich drauf einlässt. Ob dieser Eindruck letztendlich geplant war, kann ich auch nicht sagen.
Ich werde mir diesen Film keinesfalls nocheinmal anschauen und ich rate auch davon ab, ausser, man möchte mal wieder herzhaft lachen, denn in den fast drei Stunden Film reihen sich die ungewollten Jokes gerade zu aneinander.