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Ein Liebespärchen auf einem Boot erweckt ungewollt den längst toten Jason Vorhees wieder zum Leben, als ihr Anker eine Unterseeleitung kappt und der Stromschlag den Serienkiller reanimiert. Zum Dank bringt er flugs die beiden um die Ecke und entert damit das Boot. Im nächsten Hafen steigt er als blinder Passagier auf einen ausgewachsenen Passagierdampfer um, auf dem sich zufällig eine Schulklasse befindet (und anscheinend nur die), selbstverständlich mit allerlei ungezogen Teenies darunter. Anders ist da die Vorzeigeschülerin Rennie (die personifizierte Langweilerin), die lediglich mit ihren Visionen eines ertrinkenden Kindes zu kämpfen hat. Als Verstärkung im Kampf gegen den wütenden Jason bekommt sie noch den von seinem rigiden Vater und Kapitän überforderten Shaun zur Seite gestellt. Wie es der Titel schon erahnen lässt, soll uns auch noch weissgemacht werden, dass der Großstadtmoloch Manhattans mit seinen Drogen, Korruptionen und der Gewalt einen einzigen Opferpool und damit ein passendes Reiseziel für die Slasherikone darstellt. Die guten und die bösen Charaktere, sofern man die Abziehbildchen denn so nennen kann, sind rasch ausgemacht und der gespannte Zuschauer kann eigentlich nur noch auf einen beträchtlichen Bodycount hoffen. Der hat es formal auch wieder in sich, in der Umsetzung jedoch auch wieder mal beträchtlich Federn gelassen. Wie auch die meisten Vorgänger krankt auch "Freitag Der 13. - Todesfalle Manhattan" an den unerträglichen Schnitten für das umsatzträchtige R-Rating in Amerika. Was noch zu sehen ist, ist in wenigen Ausnahmen überhaupt noch auszumachen, oftmals fehlt gar eine einzige grafische Einstellung zu den Morden. Dabei fing es eigentlich ganz nett an, denn ein Wechsel vom langsam überstrapazierten Crystal Lake hin zu einem anderen Szenario versprach eine willkommene Abwechslung. Die Sets auf dem Passagierschiff können durchaus gefallen, während die ein oder andere Peinlichkeit in New York nicht ausbleibt. Was soll da den finalen Thrill bringen? Jason gegen die Bad Boys von der Strasse, Jason in der vollbesetzten U-Bahn oder Jason mischt mit pseudocooler Geste die Punks auf. Solche Gegenüberstellungen gab es leider schon viel zu oft, um sich daran zu erfreuen, besonders wenn die einst gnadenlose Slasherfigur nun teils schnorchelnd wie Michael Myers und teils böse lachend seine blutigen Taten kommentiert. Höhepunkt an Peinlichkeit sind die schlussendlichen Verätzungsszenen, die den bereits Unmaskierten wie Kermit nach einem Domestos-Unfall aussehen lassen, das brauchte natürlich nicht geschnitten zu werden. Angesichts so viel unfreiwilliger Komik sind die Schnitte vielleicht gar nicht so schlecht, wenn der Rest an SFX genau so müllig umgesetzt wurde. Dazu gesellt sich die schnöde Auflösung von dem ach so schlimmen Trauma Rennies, das zu einem regelrecht banalen Schmierentheater verkommt. Egal, ob die Streberin in New York als erstes von bösen Junkies angefixt wird oder Jason von einer riesigen Eishockeywerbung mit seiner Lieblingsmaske drauf schwer beeindruckt zu sein scheint, es wirkt oft aufgesetzt und wenig originell, was das Drehbuch anbietet. Als Trash, wie die folgenden Teile, zu unwitzig, ernst nehmen wird das hingegen wohl kaum noch jemand. Auffällig ist auch der nervige Soundtrack mit jeder Menge Poser-Rock, absolut furchtbar. Dazu noch eine Nervensäge, die sich für eine Rockröhre hält, aber zum Glück schnell mit ihrer blöden Flying V Gitarre erschlagen wird, was zu den köstlichen Ausnahmen zählt.

Fazit: Trotz interessantem Ortswechsel kam nur einer der schwächeren Teile einer ohnehin sehr durchwachsenen Fortsetzungsgeschichte heraus. 4/10 Punkten

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