Der letzte Jason-Einsatz für Paramount, ehe die Serie zu New Line Cinema wechselte, wo man sich etwas experimentierfreudiger zeigte, was das Rezept der Filme anging.
Jason liegt mal wieder geschrottet am Boden des Crystal Lake, aber hier nimmt man sich (im Gegensatz zum Vorgänger) wenigstens die Zeit für eine vernünftige Einführung als ein Junge seiner Freundin die Legende von Jason erzählt. Leider reißt der Anker eine Stromleitung raus, was Jason wieder reanimiert. Das Pärchen wird darauf selbstverfreilich verhackstückt, aber immerhin ist der Auftakt leidlich spannend geworden und spielt auch ein wenig mit den Zuschauererwartungen.
Im Bereich der potentiellen Metzelmasse macht man jedoch keine Experimente, wieder bietet sich eine Horde von Teenies an, dieses Mal eine Abschlussklasse. Diese will mit einem Schiff nach New York, die potentielle Heldin ist in dem Trubel ganz schnell auszumachen: Rennie Wickham (Jensen Daggett), die wie die Hauptfiguren der letzten Teile, psychische Probleme hat. Wenigstens ist es hier nur Angst vor Wasser und das wird auch nicht so übertrieben dargestellt.
Doch auch Jason klettert an Bord des Dampfers und beginnt sich durch die Belegschaft zu meucheln, denn im titelgebenden Manhattan finden nur die letzten 30 Minuten statt. Aber egal, zum Glück mal was anderes als der miefige, inzwischen langweilige Crystal Lake…
„Freitag, der 13te – Todesfalle Manhattan“ ist nach dem enttäuschenden siebten Teil eine positive Überraschung. Am Rezept Jason meuchelt Teenies bis er gestoppt wird, hat sich zwar wenig geändert, aber der hier ist mal wieder etwas spannender. Man spielt häufiger mit den Erwartungen des Zuschauers von wo Jason nun angreifen wird, wenngleich man die Belegschaft recht fix in potentielle Opfer und Überlebende eingeteilt hat. Zudem wartet auch der achte „Freitag, der 13te“-Film mit massiven Logikfehlern auf, z.B. Jason, der in einer übersichtlichen Disco verschwinden kann, oder die Tatsache, dass der langsam stapfende Jason schneller als ein rennender Teenie irgendwo ist (um das Opfer dann natürlich abzufangen und abzuschlachten).
Auch der Versuch Drama-Elemente hineinzubringen, ist nur teilweise gelungen. „Freitag, der 13te – Todesfalle Manhattan“ nimmt mal wieder den Gedanken auf, dass Jason als kleiner Junge ertrank, doch die Versuche aus ihm eine tragische Figur zu machen, kann man nur als gescheitert betrachten. Auf der anderen Seite ist der hier mal wieder humorvoll, was außer Teil sechs ja kein „Freitag, der 13te“-Film versucht, und das tut sichtlich gut, denn wirklich ernst konnte man die Serie ja spätestens seit dem fünften Teil nicht mehr nehmen. So starrt Jason fassungslos auf das Werbeplakat einer Eishockeyveranstaltung, ein abgetrennter Kopf fällt in eine sich daraufhin schließende Mülltonne, ein paar New Yorker Rowdies wollen Jason anmachen, nehmen jedoch Abstand davon, als der seine Maske abnimmt usw. Bei dem Humor fallen dann auch die Klischees (z.B. dass man in Manhattan an jeder Ecke überfallen wird) auch nicht mehr so schlimm ins Gewicht.
In den Mordszenen setzt sich der humoristische Ansatz fort, denn hier wird kreativ und witzig gekillt: Mit der Gitarre wird ein Schädel eingeschlagen, einen Saunastein gibt es in die Bauch, eine Enthauptung via Fausthieb usw. Hier gibt es kaum Opfer, die auf dieselbe Art zu Tode kommen, da hat man sich echt Mühe gegeben. Auch erfreulich ist die Tatsache, dass man den gestiegenen Wohlstand bei Paramount im Gegensatz zum Vorgängerfilm auch mal sieht, denn neben der teureren Schiffslocation verwöhnen ein paar deftige Explosionen das Auge des Zuschauers.
Darstellerisch kann auch dieses „Freitag, der 13te“-Sequel nur wenig vermelden, da es sich bei den meisten mal wieder um wenig talentierte Nachwuchsschauspieler handelt. Zwei Lichtblicke gibt es jedoch: Zum einen eine junge Kelly Hu („The Scorpion King“, „X-Men 2“), die ganz OK, wenn auch nicht so gut wie später ist, zum anderen Peter Mark Richman als Rektor, der an sich ziemlich überzeugend schauspielert.
Unterm Strich ist „Freitag, der 13te – Todesfalle Manhattan“ ein relativ gelungenes Sequel, das zwar nur leidlich spannend, aber wie der sechste Teil endlich mal wieder selbstironisch und witzig daherkommt. Die Story ist zwar wieder nichts besonderes, Logiklücken findet man auch, aber wenigstens gibt es mal was anderes als den Crystal Lake zu sehen.