Review

Obwohl Teil 7 weit hinter den gewünschten Einspielergebnissen lag gab Paramount ein Jahr darauf den mittlerweile 8. Teil der Endlos-Reihe in Auftrag, „Todesfalle Manhattan" ...  

Jason, der schon wieder viele Jahre scheinbar tot am Grund des Crystal Lake liegt und beinahe schon vergessen ist, wird durch eine beschädigte Stromleitung wieder zum Leben erweckt. Nachdem er ein Teenie-Paar gemeuchelt hat entscheidet er sich die diesjährigen Camp-Bewohner am Leben zu lassen, stattdessen besteigt er einen Ausflugsdampfer, der mit einer Schulklasse beladen New York ansteuert. Jason geht wieder seinem mörderischen Hobby nach, doch eine kleine Gruppe kann sich mit einem Rettungsboot nach New York retten. Doch wer nun denkt, er sei sicher vor Jason hat sich gewaltig geirrt ...
Nach 7 Teilen, die am Crystal Lake spielten, der langsam aber sicher etwas öde wurde entschied man sich Teil 8 primär auf einem Ausflugsdampfer und schließlich in New York spielen lassen. Nach ein paar Minuten am Crystal Lake und einer wenig kreativen Erweckung Jasons zum leben folgt der obligatorische Auftaktmord und schon wird die Handlung auf einen Dampfer verlegt. Hier hält man sich leider etwas zu lange auf, sodass der Film nur noch 30 Minuten im titelgebenden Manhattan spielt. Man hätte sicher deutlich mehr aus der Idee Jason in Manhattan wüten zu lassen herausholen können, vor allem wenn man die Spielzeit auf dem Schiff etwas verkürzt hätte und der Film nicht nur 30 Minuten in Manhattan spielen würde, dennoch, dieses leicht veränderte Konzept macht einfach Spaß und war für die Produzenten wohl die logische Konsequenz, nachdem Teil 7 nicht genug Geld in die Kassen spülte. Das Grundprinzip ist dennoch immer noch gleich: Jason muss haufenweise Teenies metzeln, nur eben an anderen Schauplätzen, simpel, aber es funktioniert immer noch. Bei diesen Teenies weiß man dann auch sehr schnell, wer den Film überleben wird und wer nicht, größere Überraschungen gibt es keine. Sehr bald pickt man sich auch einen Hauptcharakter aus, der ähnlich wie im Vorgänger psychisch etwas angeknackst ist (das hat sehr dumme und unsinnige Traum-Sequenzen zur Folge), diesmal ist es Angst vor dem Wasser. Um Sie baut man allerlei andere, recht seltsame Charaktere auf, die recht komisch wirken und deren Handlungen Rätsel aufgeben, sie wurden einfach schlecht ausgearbeitet.

Die übliche Metzelmasse nervt hier wieder ziemlich und wirkt teilweise unfreiwillig komisch, sodass man meist froh ist, wenn Jason die Klasse verkleinert. Die Love-Story, ebenfalls aus Teil 7 geklaut ist hier übrigens ebenso fehl am Platze. Hinzu kommt, dass man den Mittelteil mit kleineren Nebenhandlungen vollstopft, wie z. B. ein Konflikt zwischen Schülerin und Lehrer. So hat der Film wie schon so oft seine größte Schwäche im Zeitraum zwischen dem Auftaktmord bis zu dem Zeitpunkt, an dem Jason dann richtig beginnt die Teenie-Massen zu dezimieren. Hier flacht der Film unglaublich ab und langweilt, langweilige und uninteressante Charaktere werden eingeführt und näher unter die Lupe genommen, die schwachsinnigen Nebenhandlungen geben diesem Teil des Films den Rest. Wenn Jason dann wirklich loslegt und der verbleibende Teil der Gruppe Jason erst stoppen will und anschließend nach New York rudert wird der Film allerdings schwer unterhaltsam.
Von den Darstellern braucht man nichts zu erwarten, durch die Bank absolut untalentiert und total farblos, insbesondere die Hauptdarstellerin. Die junge Kelly Hu ist hier in einer ihrer ersten Rollen zu sehen, überzeugen kann sie aber genauso wenig wie die anderen Darsteller. Immerhin schlüpft der bullige Kane Hooder wieder in die Rolle des Jason und verleiht ihm so eine wirklich bedrohliche Aura. 

Der Film ist ziemlich spannend geraten, man legt einige falsche Fährten und der Zuschauer weiß meist nicht, von wo, wie und wann Jason angreifen wird. Zudem gelingt es dem Teil des Films, der auf dem Schiff spielt so etwas wie eine klaustrophische Atmosphäre aufzubauen, für Spannung ist in diesem Teil immer gesorgt. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass der die Reihe nach dem bierernsten Teil 7 wieder so etwas wie humoristische Einlagen und vor allem Selbstironie kennt, so gibt es Jason, der erstaunt ein Eishockey-Plakat erblickt, Jason, der einige Chaoten durch das Abnehmen seiner Maske verjagt und einige nicht ernstzunehmende und witzige Morde. Zudem war wohl auch für diesen Film das Budget etwas höher als in früheren Teilen, so sticht sofort die recht teuere Schiffslocation ins Auge, einige nette Effekte und ein paar dicke Explosionen. Das Make-Up von Jason ist wieder sehr aufwendig gemacht und sieht klasse aus. Jedoch hat das Geld dann anscheinend nicht mehr gereicht um die letzten 30 Minuten komplett in New York zu drehen, weite Teile der Szenen, die in New York spielen entstanden in Vancouver. Diese Szenen sind übrigens sehr gut inszeniert worden, die dunklen, verdreckten Hinterhöfe von Vancouver, pardon, New York natürlich geben eine erstaunlich gute Atmosphäre ab und ersetzen ausgezeichnet das Waldfeeling der ersten 7 Teile.
Die Morde sind wieder recht kreativ und wie schon erwähnt recht witzig gemacht, Jason meuchelt hier unter anderen mit einer Gitarre, schlägt einem Typ, der ihm zuvor minutenlang ohne jede Wirkung verprügelt hatte mit einem Faustschlag den Kopf ab, welcher daraufhin in eine Mülltonne rollt, deren Deckel sich schließt, Selbstironie ist auch bei den Morden klar zu erkennen. Zum Glück war die MPAA hier nicht so streng wie noch beim Vorgänger und ließ einige nette Splatterffekte und Gewaltspitzen in der R-Rated-Fassung, gekürzt werden musste aber dennoch. So sind die Morde hier nicht nur witzig und kreativ, sondern auch wieder recht blutig, wie sich das eben gehört. Dabei muss man allerdings die Logik einmal mehr außer Acht lassen, warum der langsam vor sich hin stapfende Jason doch irgendwie immer schneller vorwärts kommt als der vor Panik rennende Teenie bleibt wohl für immer ungeklärt.

Nach einem spannenden, gelungenem Finale präsentiert man ein verhältnismäßig abgeschlossenes Ende, es sollte der letzte Teil der Reihe werden, für Paramount wurde es dies auch, doch andere Produzenten hatten Interesse an der Reihe, sodass wenige Jahre später ein 9. Teil gedreht wurde, der aber ebenso wie die letzten beiden Paramount-Teile nicht sonderlich erfolgreich war.
Insgesamt unterhaltsames, blutiges, witziges und selbstironisches Slasher-Vergnügen, das endlich mal etwas frischen Wind in die Reihe bringt und mal einen anderen Schauplatz wählt, aus dem man aber zweifelsohne mehr hätte herausholen können. Leider hängt der Film nach dem Auftaktmord ziemlich durch und langweilt etwas, doch der Rest des Films ist ungemein unterhaltsam und spaßig. Die Charaktere sind langweilig, leider wird auf sie viel zu stark eingegangen, was den Zuschauer nicht interessiert und dem Film etwas an Speed raubt. Die Darsteller sind übel, die Morde dafür ordentlich kreativ und angenehm blutig und Jason rockt hier mal wieder alles weg. Nicht der große Wurf, aber ein gelungenes, unterhaltsames Sequel! Gute 6/10 Punkte gibt es von mir!


P.S.: Welcher Idiot war eigentlich für die Cover-Texte der Deutschen DVD verantwortlich? So wird hier aus Manhattan Manhatten, aus Vorhees Vorheers und aus Psychokiller Pyschokiller, völlig indiskutabel!

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