Endlich Urlaub vom Crystal Lake!
Die Gegend muß ja inzwischen so derbe leergeputzt sein wie die Falloutzone im Atomtestgelände, ergo verlagern wir in der achten Metzelrunde derer von Vorhees die Handlung mal auf eine Art Fährschiff/Dampfer, auf dem sich reichlich potentielle Opfer nach Herzenslust amüsieren können.
Die nötige Hauptperson ist schnell ausgemacht (hui, sogar mit der nötigen psychischen Verbindung, olala), alle übrigen werden der Reihe nach gemeuchelt, wie sich das gehört.
Leider ist dieser dermaßen weggelutscht, daß die ersten 55 Minuten auf dem Kreuzfahrtschiff trotz Morden im Drei-Minuten-Takt unendlich langweilig geraten sind. Da können auch so manche interessante Mord-Arten (besonders schön: der heiße Stein in der Sauna!) nicht über extreme Einfallslosigkeit hinwegtäuschen.
Wenn dann auch noch Wirrwarr dazukommt, wie im Falle des Mordes in der Borddisko, wo Jason aus dem Blickfeld des Opfers verschwindet, obwohl es sich in der Mitte eines weit offenen Raums befindet, um dann plötzlich doch da zu sein, verärgert das bloß.
Erstaunlich an der Bodycountschar nur die vielen Haarsprayfrisuren und Turnschuhträger, voll im Zeitkolorit der 80er.
Dann noch ein familiärer Konflikt als Guß obendrüber und fertig ist die Laube. Wenn man dann nach einer Stunde endlich im Rattenloch von New York ankommt (wo die Family sofort vor die drogensüchtigen Straßenräuber fällt, logo), bekommen wir von The Big Apple nur die abgelutschten Hinterhöfe und miesesten Ecken zu sehen. Einmal kurz stapft man durch beleuchtetes Gebiet, dann trifft sich alles zum Standard-Showdown in der Kanalisation.
Der zweite Teil ist tatsächlich einen Hauch besser als der Start, aber das kann das Titelversprechen „...takes Manhattan“ hinten und vorn nicht einlösen.
Zur Ehrenrettung sei gesagt, daß der achte Teil überaus sauber produziert und wie ein Hochglanzprodukt daherkommt, rein filmisch gesehen, ist Cunninghams amateurhaft produziertes Original endlich Geschichte. Dennoch kann Kane Hodder uns hier keine Angst mehr machen, stets reicht man nur schnell weiter und denkt: „Gut, wieder einer tot, der Nächste bitte...und wieder der Nächste...“
Hiernach war erst mal Schluß, bis man mit „Jason goes to Hell“ mal was Neues probierte.
Obwohl: das hier war auch bedingt neu, und war dann doch ein alter Hut. (3/10)