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Im achten Teil der ermüdend langläufigen "Freitag der 13."-Reihe heisst es Abschied vom geliebten Crystal Lake nehmen. Jason kommt in die große Stadt, wird erwachsen. Das Motto des Films, "Todesfalle Manhattan", macht schon klar, dass Jason Voorhees kein üblicher Tourist in New York sein wird, sondern anstatt von Fotoapparaten und Grußkarten mit Macheten und allerlei anderes Mordzeugs herumhantieren wird.

Mit dem Konzept des Serienkillers im Großstadt-Moloch belebte Autor und Regisseur Rob Hedden schier zwanghaft die festgefahrene Horrorserie. Liefen die vorherigen Teile alle nach dem gleichen Slashermuster ab, versucht man hier auf Teufel komm raus, den Fans ein neues frisches Gesicht der Reihe zu zeigen. Seit dem Ende vom siebten Film vergammelt Kollege Jason auf dem Grund des Crystal Lake. Nun also wird der passionierte Eishockeymaskenträger per Blitzschlag aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Ein bisschen Abwechslung tut auch Jason gut, und so begibt er sich diesmal nicht in den ollen Wald zurück, in dem er seit dem zweiten Teil haust, sondern nistet sich als Blinder Passagier auf einem Schiff ein.

Das Schiff, die Lazarus (eine ironische, biblische Anspielung auf die Tatsache, dass Jason hier zum x-ten Mal vom Tod aufgeweckt wurde), ist zufälligerweise kein normaler Passagierdampfer, sondern bietet Unterschlupf für eine Horde Teenies, die die ähnlich fragwürdigen Verhaltensmuster aufzeigen, wie in den vorherigen Filmen. Nachdem jedes erdenkliche Klischee von einer Teenie-Figur abgedeckt wurde, bekommen wir es mit unserer Heldin zu tun: Rennie Wickham. Die hat 'ne ähnlich psychopathische Verbindung zu Jason, wie schon die Aktrice im siebten Teil, jedoch ist diese Version deutlich sympathischer und professioneller gespielt.

In den ersten 60 Minuten quält sich Jason mordend, schlitzend und schlachtend durch das Schiff. Diese erste Stunde wach zu überwinden, ist die wahre Herausforderung des Films. Die erste Stunde ist derart langweilig, dass man sich richtig wundert, wie viel Tempo uns erwartet, wenn die Überlebenden und Jason dann schließlich in Manhattan eintreffen. Ab hier regnet es dann wieder ironische Anspielungen und nette Ideen, vorher jedoch tritt Regisseur Hedden im Leerlaufgang.

Überraschend an diesem Film ist der Höhepunkt des Eighties-Look innerhalb der "Freitag der 13."-Reihe. Noch nie haben wir es mit so vielen grässlichen Haarsprayfrisuren und schrecklichen 80er Jahre-Songs zu tun gehabt. Die ganze Optik wirkt geleckt und sauber. Gorige Morde, Blut oder Full-Fronta-Nudity sucht man eher vergebens - Jason ist zu einem gestylten Produkt der Achtziger geworden. Gerade beim finalen Großstadt-Ende hätte man hier mehr reißen können. Anstatt Jason eine blutige Sightseeing-Tour durch das wunderschöne New York zu gewähren, bleiben seine Kämpfereien in kleinen, verwinkelten Ghettos unbemerkt. Die Manhattanszenen haben so wenig von Manhattan, sie sind höchstwahrscheinlich sogar im Studio gedreht worden.

Den finalen Minuspunkt gibt's beim Outfit von Mr. Jason Voorhees. Im siebten Teil spukte Kane Hodder als vermodertes Grauen herum; hier verkommt er zur bleichgesichtigen Clownsmaske mit Kulleraugen. Das Design des Gesichtes Jasons ist ein schlechter Witz - die unmenschliche Fratze ist zu einer faden Jason-Karikatur ohne jeglichen Gruselfaktor geworden. Die bedrohliche Präsenz, die der Stuntman Hodder im Vorgänger ausstrahlte, geht ihm hier völlig ab.

"Freitag der 13. - Todesfalle Manhattan" darf man, um die Reihe komplett zu machen, getrost einmal gesehen haben. Doch die Lust auf mehr abenteuerliche Wiederauferstehungen des Jason Voorhees wird hier völlig im Keim erstickt. Sowohl bei dem gelangweilten Publikum, als auch bei den Produzenten, die nach diesem Flop der Serie erst einmal den Riegel vorschoben...

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