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Diesmal ist alles anders: Der immer wieder durch dumme Zufälle zum Leben erweckte Massenmörder Jason Voorhees lässt zum ersten Mal das Gebiet um den Crystal Lake hinter sich und geht auf große Reise - nach New York (das in den meisten Szenen tatsächlich Vancouver ist)! Die Schiffsreise dorthin bringt er mit einem weiteren Blutbad an hemmungslosen Teenagern hinter sich.

Mehr braucht man zur Story dieses achten Werks der berühmten Horrorfilm-Reihe auch nicht zu sagen. Wie üblich geht es nur darum, möglichst kreativ junge, hübsche Mädels und Kerle umzubringen - und bis auf einige wenige Szenen hält sich diese Kreativität hier auch noch ziemlich in Grenzen. Garniert wird das Ganze mit einer Reihe schier haarsträubender Dialogzeilen (da gibt es unfreiwillige Bonmots wie "Man überwindet seine Angst nicht, indem man sie besiegt" oder, schon Goldene Himbeere-verdächtig: "Wenn Sie lebend von diesem Schiff runter wollen, dann müssen wir es verlassen"), die von den üblichen unbekannten C-Klasse-Schauspielern vorgetragen werden. Hinzu kommen eine melodramatische Nebenhandlung, die mit ihrer Besetzung von traumatisiertem Mädchen, verbohrtem Vormund und fürsorgender Freundin beinahe eins zu eins von der Figurenkonstellation des siebten Teils übernommen wurde, und derbe Logikfehler, wenn Jason bei der Verfolgung seiner Opfer ständig an Orten auftaucht, an denen er überhaupt nicht sein konnte.

All diesen Kritikpunkten zum Trotz gehört der achte "Freitag, der 13."-Film klar zu den besseren Fortsetzungen. Den Hauptanteil daran dürfte der konsequente Kulissenwechsel tragen: Zwar sind die gruseligen und atmosphärischen Möglichkeiten sowohl des Schiffs als auch der Millionenstadt New York bei weitem nicht ausgeschöpft, doch allein die Tatsache, dass Jason nun in einem völlig anderen Milieu als den altbekannten Wäldern und Jugendcamps rund um Crystal Lake auf Jagd geht, verleiht dem Film einen Hauch von Originalität und Spannung. Hinzu kommt, dass die Opfer diesmal wesentlich mehr um ihr Leben kämpfen und nicht einfach einer nach dem anderen umgebracht werden, sodass das Gemetzel bei aller optischen Einfallslosigkeit durchaus unterhaltsam wirkt. Und wenn Jason schließlich in der nächtlichen Metropole ankommt, blitzt hier und da endlich wieder ein wenig Selbstironie durch.

Zwar hätte man aus der Kulisse von dunklen, stinkenden Gassen und U-Bahntunneln für einen Horrorfilm viel mehr herausholen können. Doch insgesamt wirkt Jasons Verpflanzung in ein ihm völlig unbekanntes Milieu durchaus spannend. Und besonders das Finale im Abwassertunnel überzeugt mit guter Atmosphäre, deftigen Ekeleffekten (Jason selbst sieht inzwischen mit jedem Teil verwester aus) und einer spektakulären Auflösung. Da vergisst man auch die pseudo-zivilisationskritischen Töne eines unbekannten Erzählers gleich am Anfang des Films gern und genießt ein weiteres Wiedersehen mit einem der berühmtesten und charismatischsten Massenmörder der Filmgeschichte.

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