Review

Inhalt:
Wie wir seit dem siebten Teil wissen, schlummert Jason Voorhees friedlich am Grund des Crystal Lake, doch diese Idylle ist nur von kurzer Dauer, denn ein Liebespaar weckt den Maskenträger durch den Bootsanker, der zufällig ein Starkstromkabel beschädigt und die Energie in Jason leitet. Dieser lässt das nicht auf sich sitzen, entert das Boot und unternimmt einen kleinen Ausflug damit. Ziel seiner Reise ist ein größeres, mit einer Schulklasse beladenes Schiff, das sich auf Studienfahrt Richtung Big Apple begibt. Diese Tatsache nimmt Jason zum Anlass, um zu testen, ob seine Fähigkeiten nach der kurzen Ruhepause noch vorhanden sind und stutzt die Passagierliste.


Kritik:
Das schlimmste zuerst: Ich habe zu diesem Film bereits letzte Woche eine Kritik verfasst und dann dummerweise mit einer anderen gelöscht. Aber was tut man nicht alles, um die Freitag der 13.-Reihe einmal komplett durchzuwursteln. Also auf ein Neues:

Die Macher dieses Teils wollten (mal wieder) frischen Wind in die Reihe bringen und Jason woanders sein Unwesen treiben lassen, als immer wieder und wieder am, im und rund um Camp Crystal Lake. Die Frage war nur, wie bringt man den Killer zurück unter die Lebenden und wie und warum sollte er seine alte Wirkstätte verlassen?
Die erste Frage konnte leicht beantwortet werden und man besann sich auf den sechsten Teil, in dem der Schla(e)chter bereits durch einen dummen Zufall unter Zuführung starker Energien wiedererweckt wurde.
Bei der Frage nach dem "wie" lies man sich nicht lumpen und dichtete dem See eine bis dahin nicht da gewesene (zumindest nicht genannte) Anbindung ans Meer bei.
Doch warum sollte Jason nun die Gegend, die er und die Konsumenten der Reihe wie die eigene Hosentasche kennen, verlassen? Die Macher kramten ein wenig in der Vergangenheit und zauberten ein Mädchen hervor, das in ihrer Kindheit bei ihren ersten Schwimmübungen (Papa schubst sie einfach ins kalte Nass) eine kurze Begegnung mit dem damals ebenfalls jungen Jason machte. An diese Begegnung scheint sich Jason nach Jahren nun zu erinnern und da sich das inzwischen in die Jahre gekommene Mädchen zufällig auf einer Klassenfahrt per Schiff Richting New York befindet, will Herr Voorhees sie gerne wiedersehen und schippert mit.
Da sage noch einer, die Serie sei einfallslos ;-)

Knapp die erste Stunde des Films spielt dann auf jenem Schiff und Jason hat ordentlich Material zur Verfügung, um seiner Mordlust freien Lauf zu lassen. Am einfallsreichsten und besten gelungen sind hier die zweckentfremdete Gitarre und der Saunabesuch der anderen Art. Ansonsten begnügt sich der Herr mit den üblichen Stech- und Schlitzereien.

Die letzten paar Überlebenden haben dann irgendwann die Nase voll, flüchten ins Rettungsboot und paddeln nach New York, wo sie sich in Sicherheit wägen. Doch Jason hat Seepferden gemacht, schwimmt hinterher und der Budenzauber beginnt.
Diese letzte halbe Stunde des Streifens ist dann richtig unterhaltsam. Jason in der menschengefüllten Großstadt wirkt schon sehr irreal, wobei die Atmosphäre einer kostengünstigen Fernsehproduktion einen Großteil dazu beiträgt. Der maskierte Killer legt sich mit Drogendealern und Kriminellen an, fährt mit der U-Bahn, marschiert durch ein Restaurant und findet schließlich sein Ende in der Kanalisation, die dummerweise just in diesem Moment mit einer ätzenden Flüssigkeit durchspült wird. Das Großstadtleben ist nun mal gefährlich!

Zwei Szenen sind komödiantische Highlights dieses Teils, ach was, sogar der gesamten Serie und sollten unbedingt Erwähnung finden.
Zum einen der Boxkampf zwischen Jason und dem Quotenneger, bei dem der Schwarze minutenlang auf den Unhold einboxt und dieser sich dann mit einem einfachen Schlag, der die Verbindung zwischen Kopf und Körper trennt, revanchiert. Dach runter, ab in die Mülltonne und Klappe zu.
Zum anderen Jasons Begegnung mit einer Jugendbande, bei der er im Vorbeigehen einfach deren Ghettoblaster wegtritt und bei deren Aufmucken kurzerhand die Maske lüftet und durch seinen bloßen Anblick die Halbwüchsigen in die Flucht schlägt.

Apropos Maske, bei der Maske, also nicht der Eishockeymaske, sondern bei der darunter, wurde ziemlich geschludert. Wenn man da an das grandios gezimmerte Gesicht aus dem letzten Teil denkt...

Negativ ist noch zu verzeichnen, dass Harry Manfredini diesmal nicht seine charakteristische Musik zu dem Film beisteuerte und stattdessen mehr auf damals moderner Metallmusik setzte. Das nimmt der Atmosphäre einiges an Bedrohlichkeit.

Dies ist sicherlich kein guter Film, aber durch die vielen serienuntypischen Ideen gibt es einige lustige Momente. Der nach Blut gierende Splatterfreund wird eher enttäuscht sein.

4 von 10 Punkten

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