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Als einzige britische Produktion auf der legendären UK „Video Nasties“-Liste verfügt dieser ansonsten recht lahme Psychothriller zumindest mal über ein Alleinstellungsmerkmal. Wie bei den „Nasties“ üblich, wurde auch er unter verschiedenen Titeln vermarktet. Aus dem EXPOSÉ (die Hauptfigur ist Schriftsteller) wurde das geographisch korrekt zugeordnete HOUSE ON STRAW HILL und schließlich auch noch TRAUMA. Letzteres werden hier höchstens die prüden Prüfer der BBFC davongetragen, denn der Film verfügt über recht freizügige Sexszenen, noch dazu in Verbindung mit Gewalt, für die Briten damals besonders bäh. 

Die „Story“: Autor Paul Martin (Udo Kier, leider synchronisiert) heuert eine neue Typistin an, die ihm bei seinem neuen Roman assistieren soll. Gleich bei ihrer Ankunft im Ort wird sie von zwei jungen Männern belästigt. Hm, Intellektueller und attraktive Blondine in einem abgelegenen Haus in ländlicher Gegend, dazu lüsterne Dorfbewohner und ein „Straw“ im Titel? Doch das hier wird kein Peckinpahplagiat, auch wenn mit dessen Motiven gespielt wird. Hier geht es um etwas ganz anderes – nämlich um Sex. Lesbisch, hetero, mit Spannen, mit Vergewaltigung, mit Gummihandschuhen, anal und solo. Nicht weiter verwunderlich, hat Autor und Regisseur James Kenelm Clare doch ansonsten Werke wie HARDCORE und LET‘S GET LAID in seiner Vita. 

Zwischendurch werden auch ein paar Leute abgemurkst, aber das geschieht vergleichsweise harmlos. Ohne die Aufmerksamkeit der britischen Zensurbehörde wäre der Film sicherlich sofort in der Versenkung verschwunden, denn er ist sagenhaft stümperhaft inszeniert und absolut talentfrei gespielt, sieht man mal von Udo Kiers gewohnt steifem Udo Kier-Spiel ab, das man eigentlich nur lieben oder hassen kann.

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