Review

Auf einer öffentlichen Toilette ergibt sich für die beiden Mailänderinnen Susy und Angela zufällig die Gelegenheit, einer älteren Dame einen wertvollen Ring zu stehlen. Beim Versuch, das Schmuckstück zu Geld zu machen, nimmt man die Hilfe des Taxifahrers Vito in Anspruch, der behauptet, einen potenziellen Käufer an der Hand zu haben. Als man bei einem spontanen Besuch dessen Trauerfeier crasht, muss man allerdings feststellen, dass dieser zwischenzeitlich dummerweise bereits den Löffel abgegeben hat. Auf der Party eines Transvestiten schafft man es dennoch, den Ring zu veräußern, nur um sich im Anschluss daran selbst die Kohle klauen zu lassen. Kurz darauf geraten Susy, Angela und Vito in an ein wohlhabendes, aber perverses Pärchen, das seine neckischen Spielchen mit dem Trio treibt... Trotz des verheißungsvollen deutschen Titels und der ziemlich eindeutigen Cover-Gestaltung ist "Die heißen Engel" keine typische italienische Sex-Komödie, denn dazu mangelt es diesem unfokussierten Streifen doch erheblich an gewolltem Witz. Stattdessen geht es hier primär darum, den beiden höchst attraktiven Hauptdarstellerinen relativ planlos durch die Nacht zu folgen und sich ohne großen narrativen Drive von einer skurrilen Situation zur nächsten zu hangeln, bis sich genügend verschiedene Episödchen aneinandergereiht haben, um die Laufzeit vollzumachen. Das Ergebnis davon ist nicht wirklich Comedy, nicht wirklich Drama, nicht wirklich Sexfilm, nicht wirklich Crime-Streifen und schon gar kein Gesellschafts-Porträt... im Grunde genommen isses eigentlich wirklich nur ein großes, luftiges Nichts. Zu Beginn meint man noch, unterschwellig ein paar Anklänge an das neorealistische italienische Kino der 40er und 50er Jahre ausmachen zu können, aber von der Warte aus betrachtet ist Tonino Cervis Filmchen doch bestenfalls noch Fellini für Arme. Da bleibt tatsächlich nur der immense Eyecandy-Wert von Sara Sperati (im Folgejahr auch Domina bei Tinto Brass in "Salon Kitty") und Susanna Javicoli (die hat später in "Suspiria" 'ne Glasscherbe ins Gesicht gekriegt), der einem das inhaltlsleere Getue ein wenig versüßt und dafür sorgt, dass man wirklich bis zum Abspann dran bleibt, denn die meisten Nackt-Szenen mit denen kommen erst in der zweiten Hälfte. So was wie Substanz sollte man hiervon aber nicht erwarten und so verwundert es einen auch kein Stück, dass "Die heißen Engel" heutzutage - zu Recht! - gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Fazit: Nur was für harte Fans alter Italo-Schoten.

4/10

Details
Ähnliche Filme