Review

Extrem zäher Fantasyfilm aus Russland und erster Teil einer Triologie.

Story:
Vor 1000 Jahren schlossen die Wächter des Lichts und die Wächter der Dunkelheit einen Waffenstillstand. Auf eine gute Tat soll immer eine Schlechte folgen und umgekehrt. Jetzt, ein Jahrtausend später droht das Gleichgewicht zu kippen.
Anton, der 1992 eine Magiern aufgesucht hat, um seine Frau wieder für sich zu gewinnen, arbeitet bereits seit Jahren als "Wächter Der Nacht" und sucht Vampire zur Vernichtung. Er muss einen 12-jährigen Jungen finden, den die Vampire für sich gewinnen wollen. Die Zeit wird knapp, denn es gibt auch noch eine verfluchte Frau, deren schlechter Einfluss ganz Moskau ins Chaos stürzen könnte.

So, da ist er also, "Wächter Der Nacht", der Auftakt zu einer "epischen Triologie" bla bla bla...
Um's kurz zu machen: Selten zuvor hab ich so einen unlogischen, unzusammenhängenden, verwirrenden und noch dazu furchtbar langweiligen Mist gesehen. Was jetzt eigentlich Sinn und Zweck des Films war, ist mir immer noch nicht klar. Vermutlich gab's gar keinen...
Ich frage mich nur, auf was für Drogen die Macher dieses Schunds wohl waren?

Viele Probleme machen dem Film zu einem Fiasko, fangen wir mal mit den Darstellern an: Die machten auf mich allesamt den Eindruck, als wären sie entweder stoned oder hätten einen Promillegehalt jenseits von 2 im Blut. Jedenfalls habe ich selten eine lustlosere und auch teilweise nervigere Performance erlebt wie hier.

Dann gab's auch schlicht und ergreifend einfach zu viele Schauspieler, deren Rollen entweder völlig ohne Belang waren (die alte Frau, ihr Sohn) oder deren Geschichte nicht wirklich fertig erzählt wurde (was war mit der verfluchten Frau?). Da hätte man drastisch reduzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren sollen. So verliert der Zuschauer nämlich ganz schnell die Übersicht, was gerade passiert.

Im Grunde ist es aber nicht weiter schlimm, denn es ist ja nicht wirklich irgendwas passiert. Die meiste zeit über gibt's nur sinnfreie Dialoge zu hören, die zu gar nichts führen. Es ist ja jetzt nicht so, dass Dialoge prinzipiell schlecht wären - "Die Insel" war ja zumindest in der ersten Stunde auch dialoglastig. Nur waren das Dialoge, denen man zuhöhren konnte und die die Handlung vorantrieben. Hier wird aber nur viel geredet und nichts gesagt. Das zieht den Film wie ausgelutschen Kaugummi auseinander.

Womit wir auch schon beim letzten und größten Problem wären: Dank der unendlich vielen, unendlich dummen Dialoge rückt die Action sehr sehr weit in den Hintergrund. Konkret: Bis auf das kurze Scharmüzel am Anfang, den Kampf zwischen Anton und dem einen Vampir und der kurzen Sequenz am Schluss gibt's rein gar nichts zu sehen. Viel zu wenig für eine Laufzeit von beinahe 2 Stunden. Wenn dann die Kampfszenen wenigstens noch ordentlich ausgesehen hätten, aber nein, man musste ja wieder das heutzutage leider übliche Schnitt-Stakatto anwenden, damit auch ja keine expliziten Details sichtbar wären. Nicht nur, dass die Kämpfe dadurch extrem unübersichtlich werden, es wird auch noch sehr anstrengend da zuzuschauen.

Da stellt sich mir dann doch die Frage, warum der Film eine FSK16-Freigabe bekommen hat. Wegen dem bisschen Blut? Also bitte, das war nun wirklich kaum der Rede wert. Hätte man diese Szenen noch etwas abgedunkelt, wäre davon nicht mal mehr was zu sehen gewesen.

Neben diesen ganzen Mängel leidet der Film auch noch an Logiklöchern, z.B.: Wie kann, nachdem ein Kraftwerk in die Luft fliegt, in der ganzen Stadt der Strom ausfallen, aber eine Anzeigentafel im Stadion bleibt erleuchet? Wiese fällt in einem Flugzeug der Strom aus? Welchen Sinn hatte die (CGI)-Szene mit der Schraube, die aus dem Flugzeug fällt? Warum brauchen Vampire Lizenzen für schlechte Taten? Das könnte ich jetzt noch weiter fortsetzen, aber es sollte wohl klar sein, dass man das Skript noch mal vorher hätte durchlesen sollen, bevor man es verfilmt...

Einen positiven Aspekt gibt es aber dennoch: Die Atmosphäre. Die war schon düster und hat das schmutzige Moskau gut eingefangen. Aber was nützt das schon, wenn der Rest des Films nix taugt?

Fazit: Wenn das der Auftakt einer "epischen Triologie" gewesen sein soll, werde ich mir die anderen beiden Teile auf jeden Fall nicht im Kino ansehen. Noch mehr von diesem Schwachsinn ist nicht erträglich. Ich habe ja nichts gegen verrückte Filme, nur Hand und Fuß sollten sie halt schon haben.

1 von 10 Punkten

Details
Ähnliche Filme