Loriots zweiter abendfüllender Spielfilm ist meiner Ansicht nach auch sein besserer. Zwar hat "Ödipussi" den Vorteil der Erstgeburt und einiger denkwürdiger Szenen, doch die Gagquote lorioscher Bauart ist in "Pappa" wesentlich dichter und die Geschichte, die über diese Szenen transportiert wird, besser durchdacht.
Loriot als Heinrich Lohse, der wegen erhöhtem Chaos-Aufkommen, plötzlich frühpensioniert wird und von nun an seiner Familie auf den Geist geht, in dem Bemühen, nach der Fabrik auch den Haushalt zu führen, ist die typische, halb weltfremde Sketchfigur, die mit den Tücken der Realität zu kämpfen hat.
Loriot und Dauerpartnerin Evelyn Hamann spielen hier wie in vielen alten Sketchen perfekt das Ehepaar, daß am besten harmoniert, wenn es fast nichts miteinander zu tun hat. Im Gegensatz zum arg gestreckten "Ödipussi" (der trotzdem sehr kurz war), finden hier alle netten Episödchen langsam aber sicher zu einer Geschichte zusammen, die Nacherzählungscharakter hat.
Leider gibt erneut Probleme mit dem Ende, denn die Schlußpointe war noch nie die absolute Stärke Vicco von Bülows. Wo aber Sketche einfach abblenden konnten, bleibt hier wie im Vorgänger leider ein dramatisches Loch, nachdem vorher aber hier immerhin mit einem Familienessen in einem Haus an der Küste ein komischer Höhepunkt gefunden wurde.
Was bleibt, sind jedoch diverse wunderbare One-Liner ( Dialog zwischen Hamann und Loriot, als dieser verfrüht daheim erscheint: "Was machst du denn hier?" - "Ich wohne hier!" - "Ja, aber doch nicht jetzt!" ) und denkwürdige halbabsurde Szenen, die Loriot beim Einholen ("Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!"), Shopping, im Lokal ("Herr Ober, könnten wir zur Abwechslung vielleicht ihnen mal was bringen?") oder beim Hausputz zeigen.
Das gesamte angestammte Loriot-Ensemble ist in kleinen Nebenrollen mit dabei, besondere Erwähnung findet übrigens noch der Filmsohn Dieter, aus dem dann später Leonardo di Caprios Synchronstimme wurde und der hier absurderweise in fast jeder Szene mit einer neuen Freundin auftaucht.
Eine wirklich durchgehend lustige deutsche Komödie - die gehört in jeden Schrank. (8/10)