Review

Karneval der (geplatzten) Träume


Bevor ich mir die aktuelle Version von Guillermo Del Toro angucke, wollte ich mir unbedingt noch die 1947er-Verfilmung des berühmten Buches ansehen. Hier spielt Tyrone Power einen ausgebufften Mentalisten und Betrüger, der in einem freakshowigen Wanderzirkus mit dem Feuer und seinem Schicksal spielt…

Ein Film Noir wie kein anderer!

„Nightmare Alley“ (1947) ist ein wirklich erschreckender Film. Für seine Zeit. Wenn man das alles versteht und auseinandernimmt aber genauso noch heute. Ohne Frage Powers schauspielerisch größte Stunde. Mit seinem düsteren Zirkus rund um Schicksal, Betrug, Glaube und auch sehr krass Alkohol(sucht). Fast wie eine besorgniserregenden Mischung aus „The Long Weekend“ und „La Strada“. Oder aus „Freaks“ und „The Prestige“. Oder „Leaving Las Vegas“ und „Mad Circus“. In seinem Film Noir-Fach atmosphärisch mit einer Ausnahmestellung. Wundervolle Frauen. Verzwickte Gefahren. Tarokarten des Todes. Nicht verwunderlich, dass Del Toro den Horrorwinkel wesentlich weiter öffnen wird, mehr Budget zur Verfügung hat und zum Thema, Sujet und Milieu passt. Aber auch dieses „Original“ (obwohl beide eigentlich ja eher völlig eigenständige Adaptionen sind) ist hochst bedrückend und beeindruckend. Und der Begriff „Geek“ wird für mich nie wieder derselbe sein… 

Fazit: düsteres Vexierspiel zwischen Zauber, Zauder und Zirkus - das wird für die Del Toro-Adaption nicht leicht zu toppen! 

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