Review

Das ist nicht, wie oben drüber steht, etwa die Fortsetzung von dem B-Kult-Klassiker "Der Horror-Alligator", sondern ein ganz billiges Remake, das praktisch die gesamte Storyline noch einmal wiederkäut und zwar diesmal auf C-Niveau.

Also noch mal: in einer namenlosen Großstadt, in der die Kanalisation Direktverbindung zum stadteigenen Flanierparksee hat (das tut weh!), schippert ein Alligator nach seiner finalen Klospülung durch die Kanäle und pumpt sich mit diversem Giftmüll voll, bis er dann genetisch mutiert. Er vernascht ein paar Fischer und Taucher und geht dann auf die Gäste eines Jahrmarktes los, den ausgerechnet der giftmüllverklappende Bad Guy veranstaltet, um arme Leute über den Tisch zu ziehen. Ein Polizist saves the Day mit Dynamit und Panzerfaust.

Über die Story wollen wir mal gleich weinen, die ist superflach aus dem Ausschneidebogen. Der Firmeninhaber, der sich wie ein zweitklassiger Mafiosi gibt, übt Druck auf den Bürgermeister aus (und bringt ihn später in aller Öffentlichkeit sogar um). Der Polizeichef kommt immer persönlich und sofort und allein und findet im entscheidenden Moment die Bremse nicht und Joseph Bologna kann nie erklären, warum er so einen berüchtigten Ruf hat. Die Krokojäger sind natürlich brontale Rednecks, Bolognas Ehefrau gleich praktizierende Biologin, damit man die Analysen schneller bekommt und überhaupt interessiert sich die Regie im Mittelteil mehr für ein paar saftige Catchszenen, als für das Monster.

Das allerdings ist auch kaum einen Filmmeter wert. Es besteht gleich aus mehreren Varianten, die flott gemixt einen unausstehlichen Cocktail ergeben. Einmal ein stinknormales Krokodil in mancher bewegter Totale, daß leider stinknormal aussieht. Dann ein gut ausgestopftes Exemplar, von dem frontal meist nur das offene Maul sieht und das dann unterhalb der Kamera von zwei Gehilfen immer munter voran geschoben wird, mit so steifem Maul, daß da drin schon Gänseblümchen wachsen müßten. Völlig außerhalb jeder maßstabsgetreuen Wiedergabe gibt's dann noch einen künstlichen Riesenschwanz, der die Opfer immer gegen die Wände schleudert, dabei aber so steif und langsam ist, daß die Delinquenten zwischendurch noch einen Kaffee trinken könnten.

Trotzdem sind sich alle sicher, daß das Teil monströs groß ist, nur sehen wir leider nichts davon. Die titelgebende Mutation ist optisch auch nicht sichtbar, sondern beschränkt sich auf einen extrem harten und kugelsicheren Panzer (der Bauch ist von der Chemikalie verschont geblieben!!!). Auf jeden Fall klettert man fleißig durch ein paar Tunnel und etwas studioeigenes Schilf, verputzt den Bösewicht und klimpert mit der Nickhaut. Gore: Fehlanzeige! Wenn Bologna nicht so knuddelig wäre, könnte man ob dieses Billig-Rip-Offs pausenlos schreien, aber mit der Vorlauftaste tut es gar nicht so weh. (2/10)

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