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"Der Horror-Alligator" ist wohl unumstritten der Höhepunkt des Kroko-Horrors, eigentlich schade wie wenig Mühe man sich mit dem Sequel gegeben hat. Routinier Jon Hess (Watchers, Excessive Force) hat so seine Probleme das belanglose Screenplay von Curt Allen (Bloodstone, The Hard Way) umzusetzen, besonders in der ersten Halbzeit hat "Alligator II" mit zahlreichen Längen zu kämpfen. Hinsichtliche Gore und Effekte muss man auch etliche Einbußen hinnehmen, denn hier geschehen fast alle Morde im Off, nur ab und zu darf sich das Wasser mal rot färben. Wie schon im Vorgänger kommt ein übergroßer Gummialligator zum Einsatz, der hier noch unechter aussieht. Die Bewegungen wirken seltsam, so bekommt man meist nur das schnappende Maul der Bestie zu sehen. Übrigens schwankt die Größe des Alligators drastisch, da für ein paar Aufnahmen auch echte Alligatoren zum Einsatz kamen. Im Finale kann man sogar deutlich erkennen, wie die Gummiechse auf Rollen durch die Kulisse geschoben wird, da vermag auch ein halbwegs prominenter Cast mit Steve Railsback (Defender, Insel der Verdammten), Richard Lynch (Invasion U.S.A., Puppetmaster 3) und Dee Wallace (The Hills have Eyes, Cujo) nicht zu entschädigen.

Der skrupellose Geschäftsmann Vincent Brown (Steve Railsback) plant die Eröffnung seines Luxus-Wohnviertels. Das hierfür nötige Geld verdiente er sich mit der illegalen Entsorgung von Giftmüll. Der landete regelmäßig in der Kanalisation und verwandelte einen normalen Alligator in ein Monster. Dieses geht nun auf Beutefang, nur Detective David Hodges (Joseph Bologna) erkennt die Gefahr. Mit dem Anfänger Rich Harmon (Woody Brown) und dem Jäger Hawk (Richard Lynch) versucht er die Bestie aufzuhalten. Doch weder Geschosse noch Dynamit können dieses Monster stoppen.
Doch die eigentliche Jagd auf den riesigen Alligator beginnt erst in der zweiten Halbzeit, denn Hess hat sich um enorm viele Charaktere zu kümmern. Während die Hauptfigur des Detectives Hodges vom Reißbrett stammt, so bringt immerhin der großmäulige Jäger Hawk ein bisschen frischen Wind in die Sache. Den jungen Polizisten Harmon hätte man sich schenken können, der kommt zwar recht sympathisch daher und darf ein Verhältnis mit der Tochter des Bürgermeisters beginnen, aber im Endeffekt dient sein Charakter nur dazu, um den Film auf eine vernünftige Länge zu bringen, genauso wie die unwichtigen Liebeleien zwischen David und Christine (Dee Wallace).

Den Alligator bekommt man schon viel zu früh zu Gesicht und die wenigen Mord sind weder blutig noch sonderlich spannend in Szene gesetzt. Und David ist mal wieder der einzige, der die Gefahr erkennt, erst will ihm niemand glauben, dann will ihm niemand helfen und schließlich versucht man ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Für Vincent Brown steht nämlich viel auf dem Spiel und so ermordet er mal geschwind den Polizeichef und den Bürgermeister. So prädestiniert sich dieser Charakter dazu, später selbst dem Monster zum Fraß vorgeworfen zu werden, da er mit dem Neubau seines Wohnviertels auch noch armen Menschen ihren Wohnraum nimmt. Doch das ganze Drumherum vermag kaum zu fesseln, immerhin ist die Jagd nach dem Alligator in der Kanalisation interessanter. Die Überlebenden stehen zwar von Anfang an fest, aber ein paar Opfer darf sich das Vieh noch holen. Gegen Ende kommt es sogar mal aus dem Wasser und macht einen Jahrmarkt unsicher. Jedoch gibt es nicht nur an den Kroko-Effekten einiges zu meckern, sondern auch Explosionen von Handgranaten fallen nicht größer aus, wie die von Silvesterböllern. Der Alligator nimmt nicht mal schaden, wenn eine Handgranate direkt neben im explodiert, doch später bringt man ihn mit einer Panzerfaust zu Fall. Desweiteren gibt Joseph Bologna (Die Frau in Rot, Big Daddy) nur einen mäßigen Detective ab, während die restliche Riege ganz passabel spielt.

Nicht nur langatimg, sondern auch handwerklich schwach und stets vorhersehbar. Viel mehr Wert scheint Hess auf das uninteressante Drumherum zu legen, trotzdem bleiben die Figuren ohne Hintergrund und einige humorvolle Einlagen wirken deplatziert. Obendrein wird auch noch mit Blut gegeizt und der Monster-Alligator sieht beinahe lächerlich unecht aus. Dennoch einigermaßen unterhaltsam, schraubt man seine Ansprüche runter, dem Original wird man damit in keinster Weise gerecht.

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