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Ottos Neufassung von Schneewittchen ( die von Cosma Shiva Hagen gespielt wird). Mit dabei sind fast alle bekannten Comedians des deutschen Kabaretts, darunter Atze Schröder, Hans-Werner Olm, Mirko Nontschev, Helge Schneider und sogar Helmut Zerlett und Harald Schmidt. Gewaltiges Potential also, aber herausgekommen ist nicht mehr als eine mittelgute Klamaukkomödie nach dem bekannten Otto-Rezept: Man nehme ein bekanntes Märchen, verändere die Story geringfügig, lasse Platz für allerhand Slapstick und das wars auch schon. Von der Vermarktungsmaschinerie hatte man zuvor gehört, dass es ein ganz genialer Einfall gewesen wäre, dass Leben der sieben Zwerge vor Dornröschen zu zeigen. Im Film lernt man dann tatsächlich das dass auf einer bewußten Entscheidung beruht, denn die Männer wollen sich vor den Frauen verstecken. Aber das wars dann auch schon. Wer denkt, das wäre doch ein interessanter Ansatz, wird dann gnadenlos enttäuscht, denn jedesmal bevor ein schlauer Gedanke entstehen könnte endet alles in Otto-typischer Hektik. Dazu kommt ein absichtlich inkonsistenter Umgang mit Zeit, die ständig zwischen Gegenwart und mittelalterlicher Märchenwelt hin und her springt - erstaunlicherweise stört das gar nicht so sehr - aber es nimmt den Figuren jede Tiefe. Negativ stößt übrigens die "Heilung" von Mirko Nontschev auf, der lernt Frauen zu schlagen - das ist dann wirklich nicht komisch - und auch noch nicht in einmal storyrelevant. Ohnehin ist nicht alles komisch, vieles ist sogar vorhersehbar, einige Witze sind etwas angestaubt und ob es wirklich so komisch ist den über 50jährige Otto als jüngsten Zwerg Bubi zu sehen, der von allen immer auf den Kopf kriegt und dazu dümmlich lacht ... Da fühlt man sich in unangenehmer Weise an Roberto Benigni erinnert, der als über Fünfzigjähriger den Pinocchio spielen musste. Aber abgesehen von dieser Kritik ist der Film schön leicht und bisweilen sogar kurzweilig. Besonders gut in ihren Rollen sind übrigens Nina Hagen, von der man das nicht erwartet hätte und Rüdiger Hofmann. Die witzigste Szene ist für mich übrigens die zwischen Mutter und Tochter vorm Zwergenhaus - bezeichnenderweise komplett ohne Otto. Insgesamt kann man dem Altkomiker zwar bescheinigen eine passable, unspektakuläre Klamaukkomödie gemacht zu haben - Aber es bleibt festzustellen, dass er meilenweit entfernt von der präzisen Regie und den sympathischen Figuren eines Michael Bully Herbig ist.

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