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Garantiert eine Besetzung, die sich wie das „Who is who“ der deutschen Fernseh-Comedians liest, für einen guten Film? Ganz offensichtlich nicht, denn „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ schafft es nur selten, über das Niveau eines Stand Up-Comedy-Wettbewerbs hinauszukommen, in dem jeder Teilnehmer sein Repertoire an improvisierten Gags herunterspult. Die „Handlung“ des Regiedebüts von Sven Unterwaldt um das Grimmsche Märchen spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Zur Story: Die böse Königin (schrill: Nina Hagen) ist nach Auskunft ihres Spiegels (witzig: Rüdiger Hoffmann) nicht „die Schönste im Land“: Schneewittchen (Nina Hagens Tochter Cosma Shiva) steht ihr dabei im Wege. Deswegen wird ein Jäger (Christian Tramitz, „(T)Raumschiff Surprise“) angeheuert, um Schneewittchen zu töten. Doch die findet Zuflucht im „Unterwaldt“ (in Anlehnung an den Regisseur) bei den sieben Zwergen um Brummboss (Heinz Hoenig), der in einer ganz besonderen Beziehung zu ihr steht…

Diese Alibi-Handlung dient als bloßer Vorwand für etliche Rückblenden und unzählige flache Wortspiele, welche wahrscheinlich das lückenhafte Drehbuch kaschieren sollen. Da wundert es kaum, dass Blödelbarde Otto Waalkes an selbigem mitschrieb und sich selbst unter anderem (zu ihm und seinem Humor passend) in der Rolle des kindischen Zwergen „Bubi“ besetzte. Die 7 Zwerge sind obwohl Hauptdarsteller gleichzeitig auch das große Manko des Films: Ausgenommen Heinz Hoenig ist jeder ein gestandener Comedian, der über die mühsam gestreckte Länge auf 90 Filmminuten mal zeigt, was er so drauf hat. Zugegebenermaßen sind Mirco Nontschew, Ralf Schmitz, Martin Schneider und Co. recht witzig, nur nerven ihre überdrehten und lärmenden, infantilen Performances ebenso mit der Zeit, wie die angestrengt wirkenden Versuche von Wortspielen und abgestandenen Kalauern. Auch Nina Hagen als zickige und lärmige Königin und Hans-Werner Olm als deren Minister sind eher nervtötend. Einige wenige Lichtblicke sind die kurzen Auftritte weiterer gestandener Komödianten: Helge Schneider, der als „Weiser Helge“ (in Anlehnung an „Gandalf“) eine köstlich genervte „Herr der Ringe“-Parodie abliefert, Rüdiger Hoffmann als launiger Spiegel, Atze Schröder als witzelnder und prolliger Hofnarr sowie Tom Gerhardt und Hilmi Sözer (beide bekannt aus „Ballermann 6“). Auch Late-Night-Showmaster Harald Schmidt darf als Gast kurz durchs Bild laufen. Die richtigen Brüller, die sich dann auch mal ab und zu in den Film verirrt haben, sind dabei leider in der Minderzahl: viele Gags dieser freien und kruden Märchen-Interpretation zünden einfach nicht. Schade drum, denn so fallen die erstklassigen Special-Effects und die knallbunten Farben, in welche der Film visuell beeindruckende getaucht ist, leider kaum ins Gewicht.

Fazit: Flachwitz komm raus! „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ wartet mit einer Vielzahl von Gags auf, von denen jedoch etwa nur jeder zweite wirklich zündet. Das substanzlose und lärmende, infantile Kasperletheater mit Alibi-Handlung beginnt spätestens nach einer Film-Stunde gehörig zu nerven.

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