2004 - das deutsche Kinojahr wurde von Komödien geprägt. Michael „Bully" Herbig parodierte „Raumschiff Enterprise" und heraus kam „(T)Raumschiff Surprise - Periode 1". Oliver Kalkofe hingegen versuchte sich an einer Parodie der Edgar-Wallace-Filme und es entstand „Der Wixxer". Beide Filme konnten mich nur teilweise überzeugen, aber dennoch wollte ich mir auch von der dritten erfolgreichen Komödie des Jahres - „7 Zwerge - Männer allein im Wald" - ein Bild machen und legte die DVD einfach mal ein. Meine Erwartungshaltung war nicht allzu hoch, aber einen unterhaltsamen Film erwartete ich mir aufgrund der Starbesetzung dann doch.
Otto Waalkes trommelte für sein neuestes Werk die gesamte deutsche Comedy-Elite zusammen, doch das war natürlich noch lange kein Garant für einen guten Film. Das Einspielergebnis an den deutschen Kinokassen konnte sich wahrhaftig sehen lassen, was jedoch über die Qualität des Films absolut nichts aussagen sollte. Ich bin wahrhaft ein Fan von guter Comedy, aber die findet man hier leider nicht ganz so häufig vor.
Die Handlung - wenn man von einer solchen überhaupt reden mag - ist absolut mau, weshalb man sich lieber daran versuchte, ein Gagfeuerwerk zu bieten. Gags sind auf alle Fälle massig vorhanden, aber leider zündet so gut wie keiner. Das liegt vor allem daran, dass dich der Film zu stark an die jüngeren Zuschauer richtet, die am Großteil der Witze sicherlich ihren Gefallen finden werden. Jedoch ringen mir Sachen wie der „Jäger/Neger-Witz", das „Brett vor den Kopf"-Spiel und die Erkenntnis, dass Mirko Nontschew doch Frauen schlagen kann, nicht einmal ein Schmunzeln ab. Nina Hagen nervt zudem als Königin und auch Tochter Cosma Shiva liefert in ihrer Rolle als Schneewittchen keine tolle Leistung ab.
Dennoch hat der Film auch seine positiven Aspekte. Wirkliche Brüller sucht man zwar vergebens, aber ein paar Lacher sind dann doch vorzufinden. Rüdiger Hoffmann tritt als Spiegel nur selten in Erscheinung, sorgt aber dennoch für witzige Momente. Hans-Werner Olm, Christian Tramitz und Hilmi Sözer haben auch einige gute Szenen aufzuweisen; ebenso wissen Harald Schmidt und Helge Schneider in kurzen Gastauftritten zu gefallen. Leider kann sich Atze Schröder in seiner Rolle nicht so recht entfalten.
Die Zwerge sind in Gemeinschaft nicht wirklich witzig, sorgen aber immerhin einzeln für ein paar nette Momente. Nebenbei gibt es im Film noch unzählige Aufspielungen auf bekannte Märchen und auch Filme wie „Der Herr der Ringe", aber die Anzahl der Gags erhöht sich dadurch auch nicht gerade. Schade, dass man den Humor zu stark auf Kinder ausgerichtet hat, da hieran das ältere Publikum nun wirklich keinen großen Gefallen finden kann - viel zu albern ist der Film ganz einfach phasenweise.
Zwischendrin verweist man immer wieder auf „die eine Nacht", was jeweils durch einen Blitzschlag unterlegt wird. Zunächst weckte das in mir durchaus Neugier, aber die Auflösung kann man erstens leider schon vorher erahnen und zweitens nicht als sonderlich aufregend einzustufen. Wer halbwegs gut mitdenken kann, der kann an dieser Stelle sogar schon das Filmende vorhersagen, welches dem Film auch nicht gerade Extrapunkte einbringt.
Fazit: Meine Erwartungen konnte der Film leider nicht erfüllen. Es reicht einfach nicht aus, dass ein paar Gags zünden, ein Großteil aber einfach nur unlustig, kindisch und albern ist. „7 Zwerge - Männer allein im Wald" ist zwar keineswegs ein guter Film, aber da aufgrund einiger guter Momente auch das Gegenteil nicht der Fall ist, würde ich ihn immerhin als durchschnittlich einstufen. „(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" (6/10) und „Der Wixxer" (6,5/10) sagten mir allerdings mehr zu, auch wenn ich von ihnen ebenso enttäuscht war...
Wertung: 5/10 Punkte