Review

Ohne seinen dem Marketing dienenden Zusatz In the Line of Duty 7 im westlichen Ausland (und im Deutschen entsprechend der sowieso zusammenhanglosen 'Reihe' auch mit Red Force tituliert) höchstwahrscheinlich vernachlässigt gewesener Modern Day Actionthriller, welcher mit seinen Zutaten von Cynthia Khan und der auch für die Originale verantwortlichen D & B Films Co. bzw. D & B Film Distribution um Presenter Dickson Poon zwar deutlich in diese Richtung, aber qualitativ unzureichend winkt. Gemeinsamkeiten hat man dennoch mehr als Unterschiede, sodass die Listung zwar nicht offiziell, aber als Hinweis auch nicht verkehrt ist; der hiesige Regisseur Cheung Siu-Keung hat zusammen mit einem Mitarbeiter und kurz zuvor auch In the Line of Duty 6 - Forbidden Arsenal und dies nach einem Skript von hier wie dort Tony Leung Hung-Wah und mit nahezu identischen Bedingungen (Kamera, Schnitt, Score) inszeniert:

Der aus Vietnam geflohene und bei seinem Bruder, einem Frachtkapitän [ Lam Seung-Mo ] untergekommene John Lam [ Simon Yam ] hat ein Problem. Die Crew, allen voran Keung [ Norman Chu ] und seinem Gefolge [ u.a. Eddie Maher, Jack Wong und Mak Wai-Cheung ] machen groß in Schmuggel, zudem nehmen sie unterwegs aufgelesene Seenotflcühtige auch aus und töten diese dabei. Als eines Tages der mit John befreundete Gary [ Garry Chow ] und seine Schwester an Bord kommen und ebenfalls angegriffen werden, kann nur Gary selber von Bord und nach HK fliehen, erleidet dabei aber auch eine vorübergehende Amnesie. Um dennoch den letzten Zeugen des Massakers auszuschalten, folgt ihm die Crew und hängt ihm auch (eher zufällig) einen Mord an. Während Inspector Yeung [ Cynthia Khan ] und Kollegin Ah Man [ Lau Wai-Man ] von ihrem Vorgesetzten Inspector Chan [ Chim Bing-Hei ] die Order der Festnahme bekommen, hält sich der leicht zurüückgebliebene wirkende Gary nunmehr bei Yeungs bester Freundin, der Prostituierten Yelia [ Wong Yuk-Hang ] auf.

Es ist nicht der eigentliche Auftakt, aber der Anfang der Geschichte, welcher eher ungewöhnlich für das Genre und die Meisten ab da auch schon am Abschrecken ist. Ein Massaker an Flüchtigen auf Hoher See, die erst zum Schein auf einen Frachter 'gerettet' wurden und dann und dies sichtlich schon mit Erfahrung und Routine mit Messern überfallen und getötet, dahin geschlachtet noch im Glauben auf Zukunft und Hoffnung, nun im Blute sterbend und wegen den wenigen letzten Habseligkeiten am Leib krepierend. Die Crew, die das Inferno veranstaltet, ist beim Putzen im Nachhinein ebenso flink wie bei der Tötungsorgie selber, Übung macht den Meister; nur Einen haben sie übersehen und der Eine wird das nicht vergessen.

Danach gibt's die Geschichte vor allem auch der Rache, davor wurde der 'normale' (Unterhaltungs)Rahmen der ITLOD - Reihe geboten und bereitgestellt, wobei Cynthia Khan hier bei eienr Drogenrazzia im Hafen sogar mal eine weibliche Verstärkung mit an Bord hat und ein weiteres feminines Teammitglied. Schüsse, Prügel, etwas Rabatz mit dem Auto und anderer Verhau, da war die Welt noch in Ordnung und da wurd auch noch das Versprechen auf einen weiteren reißerischen Actionkrimi in den Raum gestellt. Das kommt dann auch noch durchaus, nur hier ernster als gewohnt, mit einer zusätzlichen Rückblende nach Vietnam und dort dem Beginn der Freundschaft der Boat People hier verbunden und mit Schuld und Sühne, sowie Moral und Anstand und deren Antonyme aufgestellt. Erst am Ende des ersten Drittels wird fester Boden unter den Füßen betreten und geht es selber nach HK, wobei die Stadt von weiten und von außen genauso verkommen und rostig aussieht wie der Frachter selber, der auch schon bessere Tage gesehen hat und nun nur noch eine Müllhalde mit viel Schrott und Gerümpel zwischen schmutzigen Flecken ist.

Erst in HK selber wird Khan als Galionsfigur und Aushängeschild des Ganzen wieder in die Erzählung eingefügt und mit einem weiteren kampferprobten 'Cameo' in einer schmuddeligen Autowerkstatt (und erstaunlich engen und reißfesten Hosen als Blickfang) wieder in das Geschehen, per erst privaten Zufall und dann auch beruflich motiviert gebracht. Zwischendurch wird sie von illegalen festlandchinesischen Bauarbeitern fast gelyncht und durch die längst fällige Ruine eines Hochhauses und über die Bambusfassade gejagt; auch die wenigen Einblicke in die Polizeiarbeit inklusive Bürokratie, Korruption und Gewaltausübung im Dienst sind nicht gänzlich uninteressant, allerdings passiert nicht sonderlich viel und die wenige Action ist entweder im Dunkeln gehalten oder im Freien zwischen Busch und Gräsern wie bei Wald-und-Wiesen-Kloppern spielend. Das Freundes-Paar auf der Flucht kann entweder nicht richtig kämpfen (Simon Yam) oder wird hier grundsätzlich als simpler augenrollender Riese dargestellt (Garry Chau in seiner ersten und letzten Hauptrolle), der die angreifenden Gegner oftmals huckepack nimmt und wegschleudert oder anderen komische Taktiken wie Bodycheck oder dergleichen ausübt.

Details
Ähnliche Filme