Als man an diverse Horrorfiguren wie Jason Voorhess, Freddy Krueger usw. noch gar nicht zu denken war, hatte schon José Mojica Marins die Idee, seine tot geglaubte Figur des Zé do Caixão wieder auferstehen zu lassen. Ein cleverer Schachzug für Marins.
Der Film beginnt genau an der Stelle, wo Teil eins aufhörte. Die Dörfler finden Zé halbtot in der Gruft und bringen ihn ins Krankenhaus. Nach einiger Zeit ist Zé wieder vollkommen gesund. Und gelernt hat Zé überhaut gar nichts. Er ist weiter auf der Suche nach einer perfekten Frau, die ihm einen Sohn schenkt.
Mit seinem verkrüppelten Diener Bruno entführt Zé sechs Frauen, von denen er eine auswählen will. Bei dem ersten Test fallen direkt fünf der Frauen durch und Zé entscheidet sich für Marcia.
Mittlerweile bemerken auch die Dörfler, dass sechs Frauen fehlen und natürlich haben alle Zé im Verdacht, doch keiner kann es beweisen.
In der Zwischenzeit bringt Zé die fünf Frauen um die Ecke und will endlich mit Marcia das lang ersehnte Kind zeugen. Doch auch Marcia erweißt sich als nicht perfekte Frau, Zé lässt sie gehen, da Marcia Zé liebt und vor ihr keine Gefahr ausgeht.
Kurz darauf kommt die Tochter des Colonels, Laura, in die Stadt. Auch der Colonel könnte sich nichts besseres vorstellen, als das Zé endlich verschwindet. Doch Zé macht sich direkt an Laura ran und diesmal scheint es, als ob Zé seine perfekte Frau gefunden hat. Denn auch Laura glaubt nicht an Gott, ist Zé verfallen und will ihm um jeden Preis einen Sohn schnekne. Zé scheint sein Ziel zu erreichen, als Laura schwanger wird. Doch Zé hat nicht die Rechnung mit Gott gemacht, der Zés Taten nicht mehr lange duldet. Denn wie so oft geht Zé für seine Ziele über Leichen...
Nach dem Erfolg seine Debütfilms war es schwer für José Mojica Marins, sein Niveau zu halten. Doch Marins ist es gelungen, auch aus dem Grund, dass der Film genau dort weitermacht, wo der Erste endete. Auch wenn man bei „Esta Noite Encarnarei no Teu Cadaver“ fast von einem Remake sprechen kann, so wirkt der zweite Teil doch um einiges professioneller.
Kein Wunder, hatte Marins doch endlich mehr Geld zu Verfügung, was man auch deutlich sieht. Inhaltlich hat sich aber nichts geändert, die Figur des Zé hat aus Teil eins nichts, aber auch gar nichts gelernt.
Marins spielt die Figur des Zé do Caixão wieder großartig. Zé ist weiterhin der Sadist, der ohne Skrupel für seine Ziele mordet und es entweder als Unfall aussehen lässt, oder es gleich den Leuten in die Schuhe schiebt, die ihm im Weg sind.
Der absolute Höhepunkt ist aber eine zehnminütige Höllensequenz, welche Marins in extrem bunten Farben gedreht hat, was wieder völlig konträr zum eigentlichen schwarz-weiß Film ist.
In der Höllensequenz wird der Zuschauer mit viel Sadismus und Gewalt konfrontiert. Man sieht Verdammte, die teilweise in Wänden Festhängen, deren Köpfe nur aus dem Boden herausragen oder einfach gefesselt sind und von den Schergen des Teufels ausgepeitscht und gefoltert werden. Selten hat man so viel Sadismus auf einer Leinwand gesehen.
Die Hölle, wie sie sich Marins vorstellt, ist völlig anders, als man sie sich normalerweise vorstellt. Z.B. schneit es in der Hölle von Marins ununterbrochen (und ja, der Schnee ist Popcorn). Aber wie sagte schon Marins, da nie jemand die Hölle in Wirklichkeit gesehen hat, kann auch niemand Marins vorwerfen, dass er sie falsch darstellt.
Das Ende ist wieder ein Knaller, zwar nicht der blanke Horror wie im ersten Teil, doch hier kommt es zur Konfrontation Zé do Caixão gegen Gott, da Zé Gott nun endgültig herausfordert, ihm ein Zeichen zu senden, dass es ihn gibt, da er nicht an ihn glaubt als Atheist. Das Ende kann man nur als beeindruckend bezeichnen.
Fazit: Auch der Nachfolger von José Mojica Marins überzeugt tadellos. Dank mehr Geld wirken die Sets ausgereifter, die Morde brutaler und blutiger. Nur Zé bleibt wie er ist, ihn konnte man nicht mehr drastischer darstellen. Auch wenn Zé etwas den Schrecken gegenüber Teil 1 verloren hat, so gibt es bis heute keine Filmfigur, die man nur im Ansatz mit Zé do Caixão vergleichen kann. Gegen Zés Taten wirken die heutigen Figuren wie Jason Voorjess, Freddy Krueger oder Michael Myers einfach nur harmlos. In ihren Filmen splattert es vielleicht mehr, aber haben sie nicht die brutale und sadistische Aura eines Zé do Caixão.
Wer Teil eins gut fand, kann auch hier zuschlagen, schon allein wegen der Höllenszene, die bis heute unübertroffen ist.