So stellt man sich den 4. Teil der Chucky-Reihe vor. Was hat man sich in "Chucky und seine Braut" nicht alles einfallen lassen!
Diesmal mordet die kleine Mörderpuppe zusammen mit Tiffany, deren Seele, nachdem Chucky sie umbrachte, nun auch in einer Puppe steckt. Wie Bonnie und Clyde sind die beiden ein perfektes Paar, dass bei ihren Morden nicht gerade einfallslos wirkt. Aber ihr eigentliches Ziel ist ein Amulett mit dessen Hilfe sie sich aus dem Puppendasein befreien können.
Es macht sichtlich Spaß, den beiden auf ihrer kleinen Tour zu zusehen, wie sie sich mal in die Haare kriegen und dann wieder ganz lieb haben. Diese "Liebe" zeigt sich sogar in einer Puppensexszene, die witziger hätte nicht sein können. Einfach fabelhaft, was man sich hier alles einfallen lassen hat. An Innovation mangelt es wahrlich nicht, dies zeigt auch der Einfallsreichtum der Morde, bei dem, so wie es aussieht, keine Grenzen gesetzt sind. Das witzige ist auch, dass die kleinen Puppen noch gegenseitig konkurrieren, wer denn nun am besten und einfallsreichsten "slasht". Meistens wird einfach improvisiert.
Im Laufe des Films gestaltet sich das ganze zu einem netten Gemetzel, bei dem auch ordentlich Blut fließt. Gore- und Splatterfans werden also auch mit feinsten Szenen bedient und können nach dem Anschauen des Films zufrieden nicken. Die Effekte sind wirklich gut gemacht, auch wenn die Morde nicht immer ganz realistisch sind.
Garniert ist der Film noch mit einer ordentlichen Portion Humor, die in den Vorgängern nicht so zum Vorschein kam. Bei ein paar Anspielungen wie: "Wenn das hier ein Film wäre, müsste man mindestens 3 bis 4 Teile drehen, um alles zu erklären" kann man sich das Schmunzeln wirklich nicht verkneifen.
Dass Chucky hier überhaupt cooler denn je wirkt, schadet keineswegs, denn das sind wirklich keine langweiligen blöden Sprüche, die er hier von sich gibt.
Trotz dieser Tatsache bleibt die Atmosphäre nicht auf der Strecke. Besonders das Ende sieht doch relativ düster aus. Und auch Chucky hat an seiner Boshaftigkeit nichts eingebüßt.
Tiffany und Chucky stehlen als Puppen den menschlichen Akteuren hier klar die Show. Jennifer Tilly tritt zu Beginn ja noch als Mensch in Erscheinung und spielt die Rolle der Blondine, welche nichts in der Birne hat, dafür aber ihre weiblichen Reize ihr größter Trumpf sind, doch wirklich nicht schlecht. Die restlichen beiden menschlichen Hauptcharaktere kommen nur bei den gegenseitigen Beschuldigungen über die Killerfrage richtig zur Geltung.
Fazit: "Chucky und seine Braut" macht dem Original mächtig Konkurrenz und ist ihm in meinen Augen mindestens ebenbürtig. Allerdings ist es selbstverständlich, dass nur die ungekürzte Fassung wirklich richtig Spaß macht.