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Josef Hader hat sich in den letzten Jahren vom Kabarettisten hin zum Schauspieler gewandelt. Wenngleich in der österreichischen Kritikerlandschaft oftmals über "Kabarett-Filme" und ihre Darsteller gelästert wurde, so ist Hader jener über der über alle Zweifel erhoben ist.

Begonnen mit "Indien" baute sich der Darsteller Hader kontinuierlich auf und so gibt es kaum mehr ein Jahr ohne Kinofilm mit Josef Hader. "Komm, süßer Tod", "Blue Moon" demnächst Pepe Danquarts "C(r)ook" und jetzt "Silentium".

Nach dem überraschend großen Erfolg der erste Verfilmung eines Wolf Haas Romans, "Komm, süßer Tod", durfte die Fortsetzung nicht ausbleiben.
Von einer Fortsetzung zu sprechen wäre jedoch nicht ganz richtig. So sind die einzigen Bindeglieder die Hauptifgur Simon Brenner (Josef Hader) und sein ehemaliger Zivi-Kumpel aus Wien, Berti (Simon Schwarz).
Dass Berti in der Romanvorlage gar nicht vorkommt, stört im Film gar nicht. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach und es ist für den Zuseher tatsächlich leichter, sich auf den Film einzulassen.

Der Regisseur des ersten Filmes, Wolfgang Murnberger, sowie Autor Wolf Haas, waren ebenfalls wieder an Bord und so konnte "Silentium" entwickelt werden.

Doch haben sich die Filmemacher diesmal sehr auf die düstere Atmosphäre und das Thriller-Ambiente gestürzt. Ungleich düsterer denn "Komm, süßer Tod" wird die Geschichte, rund um einen vorgetäuschten Selbstmord, voran getrieben. Dass der Zuseher dabei manchmal vor Ermittlungssträngen und Cameo-Auftritten nicht mehr weiter weiß, ist ebenso Kalkül, wie der Verzicht auf ausgespielten Slapstick, wie in "Komm, süßer Tod".

Schließlich ist ein Ritualmord auch nicht lustig.

Salzburger Festspiele, Mädchenhandel, Klosterleben, kaltblütiger Mord. All dass passt in Salzburg zusammen.

Die makabre Liebe zum Detail, ein Markenzeichen des Romans, ist auch hier stilbildendes Element und wenn Christof Schlingensief im Gespräch mit Berti darüber diskutiert das man doch einfach singen könnte, dann ist man glücklich.

Ein hervorragend spielender Joachim Król rundet das Vergnügen ab, welches allerdings nicht ganz an "Komm, süßer Tod" heran reicht. So absurd-düster und wunderbar ausgearbeitet "Silentium" auch ist, die Konzentration auf die düsteren Elemente im Zusammenspiel mit einigen Gags, konnte mich nicht so begeistern wie sein Vorgänger.

Dennoch, empfehlenswerte Kinokost aus Österreich!

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