Nach Hammer´s erfolgreichen DRACULA (1958), entschloss man sich 2 Jahre später mit DRACULA UND SEINE BRÄUTE (1960) erneut an einen Vampirstreifen. Doch statt auf das erfolgreiche Duo „Peter Cushing“ und „Christopher Lee“ zu setzen, beschloss man zwar wieder mit „Cushing“ als Dr. Van Helsing zu drehen, doch statt „Lee“ als Dracula, wollte man eine jüngeren Vampir und nahm den Schauspieler „David Peel“ unter Vertrag.
Hatte ich nach dem ersten anschauen des Films, kein so gutes Urteil über die Darstellung von „David Peel“ als Baron Meinster, man hat halt immer „Christopher Lee“ im Hinterkopf, als den perfekten Dracula Darsteller, muß man „David Peel“ Darstellung doch loben. Was ich sehr gut von ihm fand, er hat Lee´s Dracula nicht einfach kopiert. Er hat seinen Baron Meinster eigenes Leben eingehaucht und ihn völlig anders dargestellt. Leider konnte auch er seinen Rollencharacter nicht genügend Tiefe verleihen, was wohl in der kompletten Dracula Serie von Hammer immer ein Problem war. Bei den Frankenstein Filmen, hatte Peter Cushing seiner Figur Victor Frankenstein deutlich mehr Tiefe verliehen.
Regie führte wieder Terence Fisher, der wieder eine solide Arbeit ablieferte. Neben den bereits erwähnten Peter Cushing und David Peel, sieht man noch „Yvonne Monlaur“, „Freda Jackson“ „Martita Hunt“ die allesamt eine klasse Darstellung abliefern. Herrausragend ist aber ohne Zweifel mal wieder die Leistung von Peter Cushing als Dr. Van Helsing. Mit wieviel Hingabe und Leidenschaft Peter Cushing immer wieder das optimale herausholt aus seiner Rolle, ist bemerkenswert. Höhepunkt ist ganz klar die für damalige Verhältnisse harte Szene, als Helsing vom Vampir gebißen wurde und sich mit einem Kreuz aus Eisen, das er vorher erhitzt hat, sich die Wunde ausbrennt. Klasse Leistung von Cushing, bei dem man wirklich das gefühl hat er durchlebt diese Schmerzen wirklich. Genial. Etwas enttäuscht ist man von den Titelgebenden Bräuten. Die tauchen immer mal wieder auf und schauen nur und geben zischende Laute von sich. Da hätte man mehr draus machen können.
Was ich noch hervorheben muß ist die fantastische Aussattung. Die Kulissen überragen den Dracula von 1958 um längen. Alleine das Schloss, vor allem das Innenleben, ist großartig anzuschauen. Das ist Gothic Horror vom Feinsten. Durch die herausragende DVD von Koch Media kommt das alles erst richtig zur Geltung. Die knallbunten Farben tun ihr übriges dazu. Wieder einmal hat Hammer einen der ganz großen Vampir Filme geschaffen. Auch heute noch weiß der Film mit seinen Charme zu überzeugen.