Zwei Jahre nach dem Klassiker, in welchem Christopher Lee und Peter Cushing aufeinandertrafen, brachte Hammer einen weiteren Vampirfilm von Terence Fisher in die Kinos. Wieder mit Cushing, aber ohne Lee.
Eine neue Stellung als Lehrerin bringt die junge Marianne (Yvonne Monlaur) nach Transsilvanien. Notgedrungen übernachtet sie im Schloss der Baroness Meinster und freundet sich sich deren Sohn an, der dort gefangen gehalten wird. Marianne verhilft ihm zu Flucht, beschwört damit aber erst das wahre Unheil herauf.
Da kann nur noch Dr. van Helsing helfen und Peter Cushing nimmt seine Rolle aus dem 1958er „Dracula“ wieder auf. Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis er auftaucht. Bis dahin kann man sich immerhin an einigen für die Hammer Studios typischen Zutaten erfreuen.
Die Kulissen sind ansehnlich, die Farben knallig, oftmals schwebt etwas Mysteriöses durch die Szenen und die Lichtsetzung ist gewohnt eigenwillig. Wo hier überall die Schatten hingehen, erstaunt mich immer wieder. Weniger in Erstaunen versetzt da die Story, denn relativ schnell ist klar, wie die Fledermaus fliegt. Dabei legt Fishers Film insgesamt eher ein gemütliches Tempo an den Tag. Das muss nicht schlecht sein, aber in Kombination mit einem nicht wirklich einnehmenden Schurken, gespielt von David Peel, wirkt es trotz der Laufzeit von unter 90 Minuten mitunter gar behäbig. Immerhin gibt es eine schöne altmodisch-folkloristische Atmosphäre. Auf Experimente hat man hier verzichtet, sodass es der klassische Grusel letztlich halbwegs richtet, aber auch auf bekannten Pfaden wandelt.
Yvonne Monlaur als Maid in Nöten hinterlässt darstellerisch keinen bleibenden Eindruck, Martita Hunt als Baroness oder Freda Jackson als Greta haben da schon mehr zu bieten.
Trotz Cushing und der klassischen Inszenierung fällt „The Brides of Dracula“ merklich hinter seinem Vorgänger zurück. Peel gibt einen uncharismatischen Vampir ab, die Fußstapfen waren aber auch geradezu unfair groß. Cushing ist als Van Helsing gern gesehen, insgesamt krankt Fishers recht blutleerer zweiter Beitrag aber an einer recht unspannenden Konstruktion. Trotzdem ein schöner, altmodischer Vampirstreifen, der mit seiner Ausstattung punktet.