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Über die wohl bekannteste Detektivgeschichte des sagenumwobenen Romanhelden, Sherlock Holmes, braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Sie bildet wohl den populärsten Fall neben dem ständigen Kampf gegen seinen Erzfeind Professor Moriarty. Die Abenteuer des Sherlock Holmes und seines Gefährten Dr. Watson haben schon viele Verfilmungen mitgemacht. "Der Hund von Baskerville" stellt da keine Ausnahme dar. Gerade die Geschichte um den sagenhaften Fluch von Baskerville scheint wie gemacht für die britischen Hammer-Studios, handelt es sich doch zwar um einen Kriminalfall, nur bekommt dieser mit dem Auftritt des "Höllenhundes" einen leichten Fantasy-Horror-Touch.

Mit dieser Produktion, entstanden mitten in Hammers' glorreichem Aufstieg (die ersten Filme von "Quatermass", "Frankenstein" und "Dracula" wurden vorher schon zu Hits), bekommt man eine der besten Verfilmungen dieses Stoffes geschenkt. Dies liegt zum einen an den Menschen hinter und vor der Kamera. Als Regisseur wurde Terence Fisher verpflichtet, der ein Jahr zuvor mit Lee und Cushing Hammers' ersten "Dracula" vorgelegt hat. Die treibende Musik komponierte Hammers' Hauskomponist James Bernard, der fast alle "Dracula"-Filme musikalisch vertonte. Vor der Kamera kommt man in den Genuss drei echten Vollblutmimen bei der Arbeit zuzusehen: Peter Cushing als Sherlock Holmes, Andre Morell als Dr. Watson und Christopher Lee als Sir Henry von Baskerville. Cushing, der ein großer Fan der Sherlock-Holmes-Romane war, hat sich intensiv auf die Rolle vorbereitet. Und das merkt man in jeder Minute des Filmes. Auch gefällt mir, dass hier Dr. Watson einen größeren Part bekommt, als "nur" Holmes' Gehilfe. Er trägt wesentlich zur Aufklärung bei. Christopher Lee spielt seinen Part souverän. Es ist einfach schön diesen Schauspieler in einer, für ihn eher untypischen Rolle zu bewundern.

Die anderen Aspekte sind die Story und die visuelle Seite des Filmes. Der einleitende Monolog mit dem Mord Sir Hugos an dem Mädchen, welcher zum Auslöser des Fluches wurde, ist unheimlich gut geworden. Holmes' Einführung in den Fall, die Figur des undurchsichtigen Dr. Mortimer, der Auftritt der geheimnisvollen Cecile, die Sir Henry umschwärmt... Wenn man bedenkt, dass der Regisseur Terence Fisher das alles in "nur" 83 Min. erzählt, kann man nicht anders als anerkennend nicken.
Okay, es ist nicht alles Gold was glänzt. In diesem Film wird sehr viel geredet. Dadurch wird das Erzähltempo etwas verschleppt. Auch sieht man dem Film seine Jährchen sehr wohl an. Für Zuschauer, die es schnell und actiongeladen wollen, rate ich von der Sichtung des "Hundes von Baskerville" eher ab.
Alle anderen, die sich gerne Filmklassiker anschauen und sich sowieso für die Filme der britischen Hammer-Studios interessieren, lege ich diese Version ans Herz.
Allein schon die Szenen im Moor und das interessante Finale sind unheimlich spannend und atmosphärisch geraten. Nicht zu vergessen das Spiel der Hauptdarsteller! Ich finde es sehr schade, dass Peter Cushing für Hammer nicht noch einmal als Sherlock Holmes aktiv werden durfte.

Auch wenn die Geschichte ganz leicht das Horror-Genre streift, bleibt sie doch eine Kriminalstory, mit der Hammer bewiesen hat, dass sie nicht nur tolle Gruselgeschichten fabrizieren konnten.

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