Review

Herrlich

Nick Knatterton ist eine Zeichentrickserie die ihres Gleichen sucht. Die etwas paradox anmutende Mischung aus knuffig-humorvoller Gestaltung und immer wieder auftauchender Technik-Verliebtheit ist abwechslungsreich erfrischend. Zugleich strahlt die Serie eine unglaubliche Gemütlichkeit aus, besonders im Kontrast zu den meisten modernen Cartoons mit ihrer furchtbaren Hektik. Und wie es sich für eine Produktion der Siebziger gehört, tauchen immer wieder Nacktszenen auf und es wird ständig geraucht und gesoffen. Herrlich!

Sowohl Zeichenstil als auch Animationen sind sauber und detailreich; das ist nicht selbstverständlich, denn soweit ich weiß, war die Produktion mit keinem großen Budget gesegnet. Dies zeigt sich auch durch die Chiptune-Untermalung (Computermusik) die aber ebenfalls einen schönen Charme verbreitet und die Serie nochmals knuffiger erscheinen lässt. Das Konzept, die Figuren -abgesehen von den ersten beiden Folgen- nicht sprechen zu lassen, sondern stattdessen einen Erzähler einzusetzen, passt hervorragend. Genau genommen muss das sogar so sein, denn die fiesen Apparaturen der Gangster müssen ja immer ausgiebig und mit "schematischer Darstellung" erklärt werden.

Die Handlungen der Folgen sind angenehm simpel aber dank unvorhersehbarer und manchmal auch etwas eigenartiger Wendungen trotzdem spannend. Leider kommt es hin und wieder vor, dass sich eine Szene 1:1 wiederholt (typisches Low-Budget-Merkmal bei Cartoons), der Erzähler weiß dies jedoch mit pfiffigen Kommentaren zu kaschieren.

Ich habe mich lange Zeit darüber geärgert, dass die Serie nur 15 (im Grunde sogar nur 14) Folgen hat. Schaut man sich aber an, wie gnadenlos Serien wie Spongebob oder die Simpsons heutzutage bis aufs Letzte ausgeschlachtet werden, ist das gut so.

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