Wer Chow Yun-Fat liebt, der ist immer glücklich, Filme mit ihm zu entdecken. Und da gab es ja auch wirklich reichlich zu entdecken, was sich nachher als absolut lohnenswert herausstellte. Man denke nur an Perlen wie "Hardboiled" oder "A Better Tomorrow". Leider aber hat auch Chow Yun- Fat in seiner Filmographie einige Werke aufzuweisen, bei denen er lieber abgelehnt hätte mitzuspielen. Mir fällt hier beispielsweise sein totenlangweiliger und seelenloser "Peace Hotel" ein.
"The Seventh Curse" nun ist ein Film, der eigentlich überhaupt nicht auf Chow Yun-Fat zugeschnitten ist, der aber in seiner comichaften Art dennoch Spaß beim Zusehen bringt. Ob da nun Chow Yun-Fat oder Schlag Mich Tot mitspielt ist vollkommen nebensächlich. Hier geht es einzig und allein darum, dem Zuschauer so viel Action, Grusel, Splatter, Comedy und so weiter zu bieten, wie es in einen relativ kurzen, aber an der Kasse umso erfolgreicheren Film ´reinzupacken noch machbar ist. Dabei muss natürlich berücksichtigt werden, dass es sich hier nicht um irgendeine Billigproduktion im Independentbereich handelt, bei der alles erlaubt ist, sondern um eine relativ große Hongkong-Produktion, der auch ihre Grenzen gesetzt werden. Insofern ist zwar genug für unsere Freunde der Splatterfront zu sehen, aber vieles wird durch den Comedyeinschlag gebrochen.
Ganz augenfällig ist, dass sich die Produzenten offensichtlich viele amerikanische Erfolgsfilme angesehen haben und schließlich reichlich Ideen daraus für ihren Film verwendet haben. So sind Elemente der "Indiana Jones"-Reihe ebenso zu finden wie Grundideen der James-Bond-Filme. Es funktioniert, wenn man nicht zu hohe künstlerische Ansprüche hat.
Zur deutschen Fassung sei gesagt, dass die Synchronisation auf recht billigem Niveau ist. Das nervt manchmal schon stark, vor allem bei der weiblichen Hauptrolle. Die Stimme ist absolut quälend für den Zuschauer und versaut so manche Stimmung, die aufkommen könnte. Am liebsten würde man sie (die Rolle an sich ist übrigens schon überflüssig wie ein Kropf und vollkommen verquer angelegt) nehmen und beuteln, damit sie wenigstens einmal wieder anständig und ernsthaft sprechen kann.
Insgesamt sei der Streifen einem jedem empfohlen, der Fantasy liebt, dabei vor Schleim und Blut nicht zurückschreckt und sich auf die merkwürdige Art und Weise asiatischer, speziell hongkongscher Filmproduktionen einlassen kann. Chow Yun-Fat Fans sei aber gesagt, dass ihr Held hier nicht in seiner wahren Stärke herauskommt - er geht im Sammelsurium abgedrehter Ideen unter.