Regie-Brutalinski "Nam Nai-Choi" konnte es schon damals nicht lassen, und inszenierte noch vor "Story of Ricky" dieses pulpige Splatter-Adventure. "The Seventh Curse" ist ein mit grausam dämlich-deutscher Pornosynchro ausgestatteter HK-Indiana-Jones, der sämtliche Zutaten des Abenteuer und Fantasyfilms sowie deftige Kung-Fu Einlagen, in einen Mörser schmeißt und diese mit dem Stößel brutal zerstampft.
Im Grunde handelt der Streifen mal wieder von den Abenteuern des Wisely, einer bekannten Comic, Radio sowie Filmserie aus Hongkong, die uns auch schon Heuler wie den 1992 enstandenen "The Cat" bescherte. Hier spielt Wisely übrigens nur zweite Geige in Form des ständig Pfeife qualmenden Supersnobs Chow-Yun Fat.
Protagonist ist hier sein Kumpel Dr Yuan (Chin Siu-Ho) der in Thailand nach einem Heilmittel für Aids sucht (Autsch!) und so coole Tricks auf Lager hat, wie während der roten Ampelphase, seiner unliebsamen Verfolgerin im PKW ein aufpumpbares Luftkissen unter die Reifen zu plazieren. Sowas hat schon fast Looney-Tunes-Style.
Jedenfalls wird der Doc während seiner Thailand Expedition vom kultischen Anführer des Wurmstamms verflucht, da er sich in deren Angelegenheiten eingemischt hat. Der Fluch besagt, sieben Kugeln werden im Laufe eines Jahres aus ihm herausbrechen, die letzte soll ihn töten. Also sucht er mit Hilfe von Cognac-Kasper Wisely und der Nerv-Reporterin Tsai-Hung (Maggie Cheung) erneut den Wurmkult in Thailand auf um ihm den Garaus zu machen.
Was die mehrfache HK-Award Gewinnerin Maggie Cheung in diesem Splatter-Obertrash der Güteklasse Z zu suchen hat, ist mir ein Rätsel. Sowas gibt's mal wieder nur in Hongkong. Das ist in etwa so als würde George Clooney im "Folterkeller der 1000 Todesexzesse" mitspielen.
In "The Seventh Curse" steppt von Anfang bis Ende der Bär:
Ein gammliges Gummi-Skelett nascht an menschlichem Rückenmark und verwandelt sich nach dessem Genuss in ein fliegenden Bären-Gargoyle, Wurmstamm Häuptling Aquala *hust* schleppt ein fliegenden Mini-Penis-Kopp mit sich herum der sich durch Bäuche frisst, Dr. Yuan prügelt sich mit seinem Kumpel Hak-Lung auf einem riesigen Buddha-Schädel mit Mönchen herum, und dem Finalmatch "Bären-Gargoyle vs. Penis-Kopf-Monster" wird per Bazooka ein jähes Ende bereitet, natürlich durch Chow-Yun Fat's Hand !!! Zwischendurch gibt es noch Schießereien und Kung-Fu im Dauerfeuer, zerquetschte Kleinkinder und eine heilende, leuchtende Perle, direkt aus der Brust einer wunderschönen Asiatin herausgeschnitten.
Das ist alles nicht halb so blöd wie es sich anhört. Nein, sogar mindestens doppelt so blöd. Die Viecher sind aus Gummi, die Splatterszenen relativ passabel, aber trotzdem Latex und Kirschwasser, und die Story an sich hat so viel Tiefgang, wie Biolek beim Kochen zuzuschauen. Macht aber nichts, denn mit seiner kurzen Laufzeit, sowie der treffsicheren Meinung des Regisseurs hier muss immer und ständig was los sein, macht "The Seventh Curse" so richtig Laune.
Und wie in den alten "Captain Planet" Folgen gibt es am Ende auch eine völlig unpassend integrierte Botschaft welche nach massig Monstermatsch und Flickerfantasy nur noch ein saftiges Kopfschütteln hervorruft. Nämlich das wahre Schönheit nur von innen kommt. Ich für meinen Teil lernte hier, das zumindest wahre Blödheit nur von außen kommt, und zwar direkt vom TV in meine Fratze, nach einlegen der ranzigen LaserParadiseVHS-Niveau DVD von eben dieser Trashgranate. Allerdings machte mir diese Art von Schmarrn auch verdammt viel Spaß und ließ 75 Minuten wie im Fluge vergehen.
Fazit also: Ohne Alkohol schon super unterhaltsam, mit 'ner Buddel Whisky und 'nem Sixpack Engelspisse im Gepäck, sogar der ultimative Wahnsinn.