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Zwei 14jährige Mädchen. Eine Kleinstadt. Jungs und Partys. Stoff aus dem zahlreiche Jugendfilme mit viel Klamauk und Treppenwitzen entstanden sind. Nicht so "Raus aus Amal". Zärtlich, liebevoll, verständnisvoll und behutsam zeigt er die Alltagsnöte der jungen Dorfbewohner: Perspektivlos, Träume, Liebe, Drogen, Partys - und ältere Jungs, die zum ersten Mal den großen Mann markieren müssen, um die Mädchen ihrer schlaflosen Nächte zu beeindrucken.

Elin ist blond, hübsch - und die Jungs fliegen auf sie. Agnes ist nett, neu, ohne Freunde. Es entwickelt sich ein Spiel zwischen den beiden, bei dem Freundschaft entsteht und Eifersucht. Agnes stellt schnell fest, dass sie sich verliebt hat, während Elin sich zuerst noch Bestätigung abholen muss, um sich ihrer Gefühle klar zu werden.

Der Film beschreibt die Annäherung der beiden und deren Entwicklung von Selbstbewusstsein: ihren Freunden gegenüber und der eigenen Familie. Agnes muss sich gegen ihre Mutter durchsetzen, bei Elin ist es die Schwester.

Liebevoll inszenierter Film, als Komödie gelobt - doch eigentlich ist der Film weniger Komödie, denn vielmehr eine Romanze. Begeistern kann der Soundtrack: die coole "unbekannte" Musik die man öfters im Hintergrund wahrnimmt ist übrigens von der dänischen Band "Broder Daniel". Mehr hätte man aus diesem Film vermutlich auch nicht machen können, er hat sein Ziel voll und ganz zur Zufriedenheit aller erreicht. Tolle Story, tolle Schauspieler. Trotzdem kein Reißer und kein Must-have-seen. Vieles bleibt unerklärt und im Dunkeln: wieso verlieben sich die beiden gegensätzlichen Mädchen? Viel zu wenige Gemeinsamkeiten in ihren Personen, kaum gemeinsame Szenen im Film. Und: Die Jugend in Schweden ist hoffentlich nicht wirklich so oberflächlich. (6/10)

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