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Nach Frankenstein und Dracula hatte Hammer dann gegen Ende der Fünfziger endlich alles durch von den alten Universalmonstern, denn mit „Die Rache der Pharaonen“ hatten sich fortan auch die Mumien erledigt. Wieder wird die Traumpaarung Cushing/Lee aufgeboten, mit Lee wie üblich als Monster und Cushing als Wissenschaftler aka Ägyptologe.

Basis der Handlung ist ein alter Fluch, denn als Cushing und Kollegen das Grab einer Prinzessin öffnen und die Mumie klauen, kommt der ewig lebende Wächter der Dame (Lee als Mullbindenwickel erster Garnitur) aus seinem Kämmerchen und würgt die Frevler nach Kräften, unterstützt von einem modernen Götteranbeter aus Ägypten.

Die Ausgrabungsszenen (samt einer längeren Rückblende, die Lee als Original-Hohepriester in einer Aufmachung zeigt, die heute auf jeder Tuntenparty der Hit wäre) sind samt und sonders im Studio gedreht worden und es sieht auch gar nicht nach irgendwas anderes aus.
Ansonsten muss wieder mal der alte Moorgrund der Bray-Studios herhalten, der für den Rest der Laufzeit den Schauplatz bietet. Lees Mumie wird gar nicht mal so sparsam eingesetzt und seine Größe wirkt sehr effektiv gegen seine meist älteren Opfer.

Natürlich ist Cushings Holde eine optisch fast perfekte Inkarnation von Prinzessin Ananka, so dass die Mumie alsbald in Gewissensnöte bezüglich der Befehlsgewalt über sich selbst kommt.
Einige Sequenzen sind dabei wirklich gruselig (wie z.B. der Tod von Cushings Vater, dem man die Mumienstory natürlich nicht glaubt, um ihn dann in einer Gummizelle zu vergraben, wo ihm keine Hilfe zuteil werden kann), andere bemühen sich zu sehr um erzählerische Aufarbeitung der Back-Story.
Trotz vieler Rückblenden krankt der Film an seiner Offensichtlichkeit und bietet keine wirklichen Überraschungen. Die Effekte sind aber prima, wenn Lee von Lanzen durchbohrt oder durchschossen wird, das ist ganz alte Schule. Ein heiteres Grinsen bleibt für den armen Säufer, der die Mumie gesehen hat und dies dem Polizeiinspektor beibringen will, denn der wird bei uns von Kabarettist Wolfgang Gruner gesprochen, der seinen Berliner Akzent ums Erbrechen nicht loswerden kann.

Selbstverständlich ein Hammer-Klassiker, aber inzwischen deutlich betagt und durch die knalligen Farben auch nicht wirklich unheimlich, sondern stets einfach nur unterhaltend. (6/10)

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