Sind wir nicht alle ein bisschen bluna?!
Ein japanischer Stummfilm, wahnsinnig und wirr,
eine harte Nuss zu knacken, da zerbricht metaphorisch sicher so manch cinephiles Geschirr.
Doch es lohnt sich hier zu investieren,
kann man dann vor lauter Sog kaum aufhören auf's Bild zu stieren.
Nicht immer leicht aus der Bilderflut etwas zu spinnen,
selten war ein Stummfilm derart experimentell und (passend zum Thema) von Sinnen.
Über einen Hausmeister einer Anstalt für „Irre“ und seine eingesperrte Liebe,
über geistige Qualen, traurige Wehmut und körperliche Hiebe.
Voller Bilder mit Kraft, Inbrunst und absoluter Intuition,
davon gibt’s bis heute im Kino kaum einen ebenbürtigen Klon.
Ein Unikat von Seltenheitswert,
diese raue Collage sticht mit Pinsel UND Schwert.
Die Szene, in der die Insassen spielen gänzlich verrückt,
hat bis heute sicher so manch einen Alptraum bestückt.
Eine glühende Flut von Eindrücken und Gefühlen,
langsam aber sicher mahlen diese mächtigen Knochenmühlen.
Vielleicht gibt’s keinen japanischen Film mit derart Jahrzehnte umspannendem Einfluss,
eine solche Entdeckung nehme ich doch gerne mit Hand und mit Kuss.
Beunruhigend und unterbewusst erstaunlich eindringlich und fies,
sicher auch weil man von Kamera bis Regie damals allen Beteiligten völlige Freiheit und Experimentierfreude ließ.
Auch ohne Ton und Effekte ein echtes Brett,
danach legt man sich doch etwas nachdenkend und froh in sein warmes Bett.
Ein Blick in eine ferne Welt und doch zutiefst menschlich wie wir alle,
da ist es gar kein allzu großes Problem, dass ich hier vielleicht gar nicht alles schnalle.
Fazit: ein stummes und dennoch förmlich schreiendes Psychogramm direkt aus dem Unterbewusstsein der Hölle des Menschsein. Wahnsinnig intensiv und (in) seiner Zeit, Art, Kraft erstaunlich voraus. Sprachlos und sprachlos machend. Eine vergessene Perle des Abseitigen!