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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 27.12.2011 Die Japaner haben halt nun mal einen an der Klatsche. Die Transformation eines Büroangestellten in ein Metallmonster erinnert gleichermaßen an Miike, Cronenberg, Lynch und die "Alien"-Filme, poltert im Fast-Forward-Rausch binnen knapp 70 Minuten einmal durch und leist eine Spur der Verwüstung zurück. Experimentell, avantgardistisch und wirr, absurd, krank und vollständig abgehoben - klares Must See. *weitere Informationen: siehe Profil
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Dieser vielschichtige und bis zu einem gewissen Grad immer noch deutungsresistent bleibende Maschinenmenschenalptraum ist essentiell für die japanische Cyberpunk-Bewegung. So ein Undergroundkultfilm über die Enthumanisierung durch die Technisierung und eine damit einhergehende Abschaffung des fleischlichen Körpers kann auch nur aus einer solch führenden Industrienation kommen, in der die Technologie alle Aspekte des Alltags durchdringt. TETSUO ist ein frühes und wegweisendes Beispiel für die Videoclip-Ästhetik in einem Film, ein Rausch für die Sinne mit stakkatohaften Zeitrafferaufnahmen von kybernetischen Metamorphosen und dem passenden, energisch hämmernden Industrial-Sound dazu. Die Schwarzweiß-Fotografie wertet die wilden homemade Bizarro-Effekte erstaunlicherweise noch zusätzlich auf. Schier unglaublich, wenn auch etwas unübersichtlich, ist das Finale.
6
Einer der ersten Filme der sog. "Cyberpunk"-Welle, der jedoch in meinen Augen unerwartet schwach und belanglos wirkt. Je größer das Overacting und Handkameragefummel, desto mehr verliert die Gesellschaftskritik an Wirkung. Die Metamorphose hin zu einem irrealen Maschinenwesen verbildlicht zudem nur die äußerliche Verwandlung des Menschen, nicht jedoch Diskrepanz von Geist und Realität, die z.B. in Ghost in the Shell in einem Zusammenspiel von Malerei und Musik so hervorragend umgesetzt wurde. Solche Momente vermisse ich hier, aber dennoch: auf jeden Fall sehenswert!
9
Erstaunlich wie viel auch ohne klar erkennbaren Handlungsverlauf ausgedrückt werden kann. Das ist echte (Film-) Kunst! Ein wirklich radikaler Film, dessen geniale Bilderflut bei mir zeitweilig richtige Begeisterung hervor gerufen hat. Insbesondere die Szenen mit der weiblichen Darstellerin sind von krasser Intensität. Hervorragend auch die heftige, genau passende musikalische Unterstützung. An einer Stelle dachte ich, hier gibt es echt "no limits" ... und im nächsten Moment wird ein Schild eingeblendet: "No Parking" ! LoL Leider habe ich irgendwo in der zweiten Hälfte etwas den Faden verloren. Es bleibt ein eindrückliches Filmerlebnis. Das Gegenteil von Mainstream.
7
Extrem schwer verdauliche Bilderflut, die auf den ersten Blick sinnlos zu sein scheint, andererseits jedoch ihre Wirkung nicht verfehlt und beklemmend auf den Zuschauer wirkt. Shinya Tsukamotos "Tetsuo - The Iron Man" ist kein Film im eigentlichen Sinne, sondern eher als selbstzweckhaftes Kunstwerk zu deklarieren. Dementsprechend ist "Tetsuo - The Iron Man" auch kaum als 'gut' oder 'schlecht' zu bewerten, so dass als Fazit lediglich zu sagen bleibt, dass zumindest Artmovie-Fans sich diese filmische Achterbahn nicht entgehen lassen sollten.