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In den 70ern, als die Hammer-Produktionen begonnen hatten, dem Trend der Zeit entsprechend mehr blutige und erotische Details zu präsentieren - letzterer Aspekt spielt in diesem Film allerdings keine Rolle - und der klassische Hammer-Horror, für den Namen wie Terence Fisher und Peter Cushing stehen, langsam aus der Mode geriet, zeigten beide mit "Frankenstein and the Monster from Hell" noch einmal die Qualität, die einem Film allein durch die Präsenz einer charismatischen Schauspielerpersönlichkeit wie Cushing verliehen wird - zumal wenn dieser unerwartet auf einmal im Raum steht und mit seiner Autorität der herrschenden Situation eine überraschende Wendung gibt.

Doch auch in diesem Film ging man ansonsten mit der Zeit und zeigt beispielweise ziemlich detailliert eine Gehirnentnahme und das eine oder andere blutige Detail. Dazu leistet sich der Film einige schwarzhumorige Sauereien, wenn von den wertvollen Forschungsgegenständen menschlicher Herkunft gerne mal der eine oder andere auf den Fußboden fällt und zermanscht wird. Neben Cushing fällt vor allem die wunderschöne Madeline Smith als stumme Gehilfin Sarah auf, während Shane Briant als junger Arzt sich nicht sonderlich ins Gedächtnis einprägt.

Das angebliche "Höllenmonster" des Titels ist in Wahrheit eine bemitleidenswerte Kreatur, ins Leben gerufen durch einen bösen Trick des Barons, und sieht auch eher mitleiderregend als gruselig aus. Der Titel sollte also nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in diesem Film kein wirkliches Monster gibt. Frankenstein ist von seinem ursprünglich gut gemeinten Forscherdrang wieder mal auf Abwege geraten, der junge Arzt bekommt zunehmend Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns, und das Monster versucht lediglich zu begreifen, was ihm geschehen ist, und irgendwie sein erbärmliches Leben zu fristen.

Mit anderen Worten, die Erzählung des Films hat einen unverkennbaren humanistischen Hintergedanken - im Gegensatz zu zahllosen Horrorstreifen, die einem irgendeine Inkarnation des "absolut Bösen" vor die Nase setzen wollen. Das Niveau der Frankenstein-Reihe, eines der langlebigen Aushängeschilder der Hammer-Filmschmiede, kann der Film dank guter Besetzung und solider Ausstattungsarbeit problemlos halten.

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