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Mit dem siebten Teil der Frankenstein-Reihe begann auch der Abgesang der legendären Hammer Film Studios, die in den 50ern und 60ern ihre größten Erfolge verbuchen konnten. Obgleich man den erfahrenen Genreregisseur Terence Fisher für das Projekt gewinnen konnte, trug nicht zuletzt das geringe Budget dazu bei, dass der Streifen alles andere als ein Publikumsmagnet wurde.

Der junge Arzt Simon (Shane Briant) wird aufgrund von Experimenten mit Leichenteilen für fünf Jahre in die Irrenanstalt geschickt, wo er auf den totgeglaubten Dr. Frankenstein (Peter Cushing) trifft. Der experimentiert noch immer mit toten Körpern und ist kurz davor, seine neue Kreation (David Prowse) zum Leben zu erwecken. Mithilfe der stummen Sarah (Madeline Smith) und Simon gelingt schon bald der Durchbruch, jedoch mit ungeahnten Folgen…

Bereits 1972 fertig gestellt und mit zwei Jahren Verzögerung erschienen, steigt die Erzählung wie ein Relikt ein, als ein Leichendieb von einem Wachmann zunächst beobachtet und kurz darauf bis in die Kneipe verfolgt wird. Das war es allerdings schon mit den Außenaufnahmen, denn der Rest spielt sich ausschließlich in den Räumen der Anstalt ab, was aufgrund der schrägen Insassen ab und an für atmosphärische Momente sorgt.

Bis man die titelgebende Kreatur zu Gesicht bekommt, ist beinahe Halbzeit. Eine Stippvisite zu annähernd allen relevanten Nebenfiguren hätte es in der Ausführlichkeit gewiss nicht gebraucht, wogegen die Motivation der beiden Wissenschaftler etwas zu kurz kommt.
Dafür geht man in Sachen Gewaltdarstellung ungewöhnlich explizit zu Werke. Anstatt wegzublenden, wohnt man einer Gehirntransplantation bei und dokumentiert anbei medizinische Humbug-Details. Die übrigen Effekte wie offene Kehle oder Augäpfel in Bonbongläsern sehen okay aus.

Weniger gelungen ist derweil die Gestaltung des Monsters, das wie ein Yeti mit Schmollmund aussieht und im Gesicht relativ unbeweglich bleibt. Leichte unfreiwillige Komik begleitet die Erscheinung, die sich im Verlauf zumindest noch etwas zu artikulieren vermag, aber im Grunde so endet wie all seine Vorgänger.
Der wie immer starke Score von James Bernard lässt hingegen keinen Zweifel zu, es immer noch mit einem Werk der Hammer Film Studios zu tun zu haben.

Letztlich ist es einmal mehr ein diesmal recht ausgemergelter Peter Cushing, der Frankenstein Würde und gleichermaßen etwas Exzentrisches verleiht. Aber auch Madeline Smith als Sarah verfehlt ihre Wirkung nicht, die von den Insassen nur Engel genannt wird. Shane Briant überzeugt anfangs als leicht arroganter Arzt während seines Verhörs, später wirkt er eher austauschbar, zuweilen etwas unbeteiligt.

Zu spät erkannten die Verantwortlichen bei Hammer die Zeichen der Zeit und konnten nicht verhindern, dass Ende der Siebziger endgültig Schluss war. Inhaltlich fügt die Geschichte der Reihe nichts neues hinzu, Komplettisten und Fans nehmen ihn natürlich trotzdem mit.
6 von 10

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