Recycling war selten gefährlicher!
Als relativ großer Paukenschlag der Hammer Studios zum Ende ihrer lose zusammenhängenden "Frankenstein"-Reihe bekommt Dr./Baron Viktor Frankenstein Unterstützung von jungen Händen und frischem Blut in einem garstigen Gefängnis...
Die Hammer Studios haben einige sehenswerte "Frankensteine" auf die Beine gestellt. Da gibt's einiges zu entdecken, da muss man Respekt zollen und kann aus dem Vollen schöpfen. Aber "Frankensteins Höllenmonster" hat mich in diesem illustren Reigen immer mit am meisten mitgenommen und angesprochen. Vom monochromen Poster bis zu den jungen, neuen Figuren, vom kalten Knastsetting bis zum gewohnten Hammer-"Prunk" - das ist ein Zungeschnalzer, den Routinier und Meister Terence Fisher hier nochmal aufgefahren hat! Ein Werk, das ganz "Hammer" ist und doch den Hammer-Kosmos sogar etwas überfliegt, hinter sich lässt. Hochwertig, creepy, strahlend. Das Mitleid mit dem Monster ist hoch wie lange nicht. Cushing darf nicht fehlen und verfällt hier zu keinem Zeitpunkt in einen gewissen Autopilot. Für viele Hammer-"Angestellte" und Legenden (z.B. in der Musik!) war das das letzte (dortige) Hurrah. Der Look des Monsters bleibt im Kopf. Es wird saftig, haarig, es gibt hübsche Frauen, feinste Roben, Atmosphäre zwischen Kerzenlicht und schwedischen Gardinen. Und im Grunde hätte die Reihe qualitativ kaum angenehmer zu Ende gehen können. Das hat man (auch bei Hammer!) schon ganz anders erlebt. "Frankensteins Höllenmonster" bringt's nochmal auf den Punkt, überstrapaziert seine Zeit nicht und ihm gehört mehr Respekt. Er macht seine Sache routiniert bis top. Es ist reinstes Wohlfühlterritorium für Hammer-Fans.
Fazit: ein Contender für den besten, originellsten und frischsten (farbigen) "Frankenstein"-Film aller Zeiten... eine Hammer-Perle!