Der Arzt Dr. Garondet wird an das Schloss des Professors Orloff gerufen, der allen Einheimischen unheimlich scheint. Nur mühevoll findet er den Weg dorthin, auf dem Schloss selbst scheinen alle Angst vor dem Professor zu haben. Nur die Tochter des Wissenschaftlers, Cécile, hat Angst um ihren Vater, der seltsame Experimente betreiben soll. Prof. Orloff erzählt dem Arzt in Rückblicken von den grausigen Ereignissen in dem Schloss ... Zunächst einmal fällt bei den Charakteren auf, wie sinnlos deren Motivation ist, was der Arzt dort verloren hat, ist z.B. schleierhaft. Die "schrecklichen Ereignisse", die die Werbezeile ankündigt, entpuppen sich rasch als ein billiges Rip-Off von "Der Unsichtbare", denn Howard Vernon (bekannt aus diversen Jess Francofilmen) mimt den Mad Scientist, der eine Kreatur erschaffen hat, welche dem Menschen überlegen ist und zudem noch unsichtbar sein kann, toller Schmunzler. Zum Glück sieht man das Affenkostüm erst am Ende, bis dahin versuchen die durchweg untalentierten Darsteller mit ihren beschränkten Fähigkeiten Auseinandersetzungen mit einem unsichtbaren Wesen vorzutäuschen. Krönung dieser Meisterleistungen ist eine peinliche Vergewaltigung, in der sich eine unansehnliche Aktrice im Heu wälzt, schließlich muss es ja für irgendwas gut sein, dass die Darstellerinnen immer wieder von einer Szene zur nächsten mit plötzlich offener Bluse dastehen. Das kann auch an dem ausgemacht schlechten Schnitt liegen, der die uninspirierte Kamera oftmals unorthodox zusammenstückelt. Für die Sleazefanatiker mag das egal sein, relativ freizügig ist die Inszenierung für das Entstehungsjahr 1971. So rechte Gruselschloss-Atmosphäre dagegen will nur mässig aufkommen, der Soundtrack, welcher wie "Pink Panther" auf spanisch klingt, trägt auch nicht gerade viel dazu bei. Die Rollen sind notdürftig gezeichnet, im Grunde geht es mehr um die exploitativen Momente (die heute nur noch Nostalgiker interessieren dürften), als darum, eine funktionierende Horrorgeschichte zu erzählen. Allein schon die Rolle des Mad Scientist hat nicht den Hauch eines durchgeknallten Forschers, reihenweise ältere und genau so billig abgedrehte Werke aus den USA sind in der Hinsicht vorzuziehen. Wer sich an unfreiwilliger Komik solch alter Schinken erfreut, kann dem Werk vielleicht etwas abgewinnen, als Trashgranate geht das allerdings auch nicht durch. Zu zähflüssig erzählt der verhinderte Sexfilmer Pierre Chevalier das hauchdünne Drehbuch, ungeduldigen sei von der teils langatmigen Inhaltslosigkeit dringend abgeraten. Kleine amüsante Pointen, wie die lebendig begrabene Tochter, die just beim Juwelenraub zweier Grabräuber wiedererwacht, täuschen nicht darüber hinweg, dass dieser Schund nur leidlich unterhalten kann. Eventuell können Jess Francofans damit etwas anfangen, die Nähe zu seinen Filmen ist unverkennbar, und zwar nicht zu seinen Highlights, sondern seinen vielen Streifen von der Stange.
Fazit: Wenig gruseliger, dafür umso sleaziger B-Movie, zäh und holprig wie viele Francofilme. 3/10 Punkten