Review

Hügel der blutigen Scheidungen


Für mich war „Death Valley“ immer der unter dem Radar fliegende und von mir noch nie begutachtete „Slasher“ mit der (schreienden?) Gummipuppe auf seinem Plakat. Dass es sich bei dem erregten Kopf nicht um eine unanständige Puppe handeln sollte, sondern um den Protagonisten der Story, den kleinen Billy, konnte ich all die Jahre voller Augenwinkelblicke natürlich nicht ahnen. Denn dieser fährt in dem ordentlichen Thriller zwischen „The Hitcher“, „Wolf Creek“ und „Hills Have Eyes“ mit seiner geschiedenen Mutter und ihrem neuen Lover in das titelgebende Tal nahe des Grand Canyons - wo die Frische und schon kriselnde Patchworkfamilie auf einen mordenden Psychopathen trifft…

„Death Valley“ hat keinen allzu hohen Bodycount und auf den ersten Blick muss man hier (trotz einiger sehr hübscher Einstellungen der Wüste und Fauna) nicht unbedingt auf einen Kinoschlager mit nettem Budget tippen. Doch das hilft nach genauerem Hinsehen sehr gut, die eigentlichen Stärken des zahmen Slashers zu erkennen. Ein gleichzeitig in die Irre führendes sowie charakterunterstützendes Intro in New York. Einen blutjungen Stephen McHattie - ein Gesicht, das jeder Serien- und Filmfan heutzutage zwar kennt, jedoch selten zuordnen kann und so faltenfrei gesehen hat. Dazu ein durchaus brauchbarer Kinderdarsteller, ein spürbares Gefühl für Figuren, Thema (Scheidung, Stiefväter) und Mood, für Platz und Augenzwinkern (durch eine fake Westernstadt als Hintergrund). Da verzeiht man womöglich fehlende Schauwerte und blutigste Kills größtenteils. 

Fazit: sandig-solider kleiner Wüstenthriller. Slasher ist fast zu viel der Betitelung. Und allzu weit über TV-Niveau kommt’s auch nicht. Dennoch: „Death Valley“ hat eine ordentliche und handwerklich astreine Spannungsschraube und glaubhafte Figuren. 

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