Calvaire – Tortur des Wahnsinns
(I-On New Media)
Hier ist wieder ein französischer Debutfilm, der es schafft, durch gezielte Schockmomente eine unglaublich unangenehme Stimmung zu erzeugen! Angelehnt an die alten Klassiker des Backwood-Genres werden hier die alten Stilmittel modernisiert und reanimiert. Vergleiche mit dem großen Vorbild Texas Chainsaw Massacre sind nicht nur vorhanden, sie wur-den bewusst in Szene gesetzt. Hier gelingt es dem jungen Regisseur Fabrice Du Welz, den eigenen ursprünglichen Filmerlebnissen eine Hommage zu bieten, die ihn gleich selbst zu einem Klassiker des europäi-schen Schocker-Films machen wird.
Startet der Film erstaunlich ruhig bei dem Wandersänger Marc Stevens, hervorragend mit dem jungen Schauspieler Laurent Lucas besetzt, welcher nach einem erfolgreichen Auftritt im Altenheim weiter in den Süden zu anderen Auftritten ziehen will, ändert sich die Stimmung grund-legend, als er, gezwungen durch eine Autopanne, ein nahe gelegenes einsames Hotel aufsuchen muss. Hier trifft er auf den mysteriösen Besit-zer M. Bartel (Jackie Berroyer), der ihn nach einem gemeinsam ver-brachten Abend nicht mehr gehen lassen will, gefangen nimmt und foltert. Aber auch die restlichen Dorfbewohner wirken alle, als lebten sie in Twin Peaks auf Speed, und vertreiben sich die freie Zeit mit der Vergewaltigung von Tieren. Es kommt zu einem mehr als verstörenden Finale, welches durch seine hypnotische Bildgestaltung, der geschickten Farbgebung und den wirklich herausragenden Schauspielern (unter anderem auch Phillipe Nahon, bestens bekannt aus Filmen wie High Tension oder Menschenfeind) zu einem lange nachwirkenden Filmge-nuss entgleitet.
Komplettiert wird die DVD durch ein sehr aufschlussreiches Making of, wo der Regisseur auf seine Vorbilder und Einflüsse eingeht, und den Aufbau der finalen Szene näher beleuchtet.
Wer auf atmosphärisch verstörende Filme steht, die gezielt auf ein er-wachsenes Publikum zielen, der kann bei Calvaire bedenkenlos zugrei-fen!
CFS