Review

Ein "Unterhaltungskünstler" auf Schlagertour durch die Altenheime Belgiens (?),verfährt sich auf dem Weg zum nächsten Gig und die Karre macht schlapp.Prompt taucht der erste degenerierte Dorfdepp auf der Suche nach seiner geliebten (!!!)Hündin auf und führt den Schlagersänger zu einem verlassenen Gasthof.Der Besitzer,selbst ein ehemaliger "Unterhltungskünstler",nimmt ihn freundlich auf,versorgt ihn mit Nahrung,führt nette Fachgespräche mit ihm und verspricht ihm sein Gefährt schnellstmöglich wieder fahrtüchtig zu machen.
Doch stellt sich bald heraus,das der freundliche Gastwirt den Schlagersänger für seine Exfreundin Gloria hält,welche ihn einst verlassen hat und die er jetzt,nachdem sie zu ihm zurückgekehrt ist,nicht wieder gehen lassen wird!
Auch die Dorfbewohner,vor denen Gastwirt Barthel den Schlagersänger ausdrücklich gewahrnt hat,schienen Gloria besser gekannt zu haben und haben scheinbar auch ein Interesse daran Gloria in ihrer Nähe zu haben...

Soviel zum Inhalt,der ja schonmal recht grotesk und garnicht mal so uninteressant klingt.Allerdings ist das ganze dermaßen langartmig und unspektakulär inszeniert,dass die vielversprechende Story völlig verpufft!Nur um es mal deutlich zu sagen:Ich habe hier keineswegs einen Backwood-Shlasher ala' Wrong Turn oder gar leichte Unterhaltung erwartet,aber ich habe hier sehr wohl mit einem grotesken,harten und fesselndem Psychothriller fernab vom Mainstream gerechnet!
Leider trifft jedoch nur das Wort "grotesk" in vollem Umfang zu!
Grotesk ist wirklich alles an dem Film,jede Figur und jede Situation.Egal obs die Schlagertour durchs Altenheim,die Verwechslung des Schlagersängers mit Gloria,der Hinterwäldler-Schweine-Gangbang oder auch die Friseurszene ist schräg ist hier alles.Das der Regisseur nicht untalentiert ist,sollte keine Frage sein.Der Mann hat definitiv ne Menge Potential,wie man an unzähligen Szenen erkennen kann,jedoch hat er es hier nicht annähernd ausgeschöpft.Es fehlt eindeutig an Spannung,die ist nämlich während des ganzen Films nicht im Ansatz vorhanden,außerdem ist dem zumindest halbwegs aufmerksamen Zuschauer zwar immer klar warum die Personen so handeln wie sie es tun,nicht jedoch worin der Sinn in deren Handlungen liegt.Ursprung und Folgen des Gesehenen bleiben also völlig unklar,was nicht prinzipiell problematisch ist,jedoch in einem solchen Film schon deutlich von nachteil!Schließlich ist ja zu keiner Zeit in irgendeiner form Spannung vorhanden die diesen Mangel kompensieren könnte und den Zuschauer so bei der Stange hält.Letztlich bleiben lediglich schräge Vögel in schrägen Vögelszenen,degenerierte Tanzbären und permanent quickende Schweine (welche noch als einzige an den Nerven des Zuschauers zerren!) im Gedächtnis,was mir eindeutig zu wenig ist!
Wie gesagt,ich bin nicht von 08/15 Horrorschonkost ausgegangen,sondern habe einen eher "anspruchsvollen",quälenden Thriller aller Funny Games erwartet!
Sorry aber Calvaire ist keine Kunst,ist kein Dama,ist kein Staire,sondern lediglich der gescheiterte Versuch ein schräges Drama fernab vom Mainstream zu produzieren.

Fazit:Trotz Talent gescheitert ,nicht wirklich empfehlenswert!
Magere,trotzdem wohlwollende 4 Punkte

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